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11.10.2017 / Feuilleton / Seite 3 (Beilage)

Rotz in der Suppe

Daniel Kehlmanns Eulenspiegel-Roman »Tyll« ist kluge Unterhaltung für Belesene

André Weikard

Die Erzählungen von Till Eulenspiegel, wie das sogenannte Volksbuch sie kennt, sind zuweilen recht unappetitlich. Da rotzt der Spaßvogel der Bauersfrau in die Suppe, um ihr die Brühe zu verleiden, nur damit er sie selbst mit Genuss auslöffeln kann. Da bittet der Harlekin, wie im DEFA-Film von 1975, kurz vor seiner Hinrichtung um einen letzten Gefallen. Und verlangt nach der Versicherung, sein Wunsch werde die hohen Herren nichts kosten, dass ein jeder seiner Richter eine Woche lang in der Früh zum Galgen marschiert komme, um ihm den Arsch zu küssen.

Dagegen geht es in Daniel Kehlmanns Roman »Tyll« beschaulich zu. In einer einfachen Sprache, die für die Einfalt der Erzählenden steht, schildert Kehlmann die Jugendjahre des schmächtigen Müllersohns Tyll, seine Flucht zum fahrenden Volk, seine Begegnungen mit den Herrschenden, denen er als Hofnarr den Spiegel vorhält.

Eulenspiegels Abenteuer sind eine Tour durch das frühneuzeitliche Deutschland des 30jäh...

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