05.07.2017 / Inland / Seite 8 (Beilage)

Die vergesellschaftete Stadt

Die Zukunftsvision einer industrialisierten und modernen Stadt entwerfen? Der Marxist Henri Lefebvre und Saskia Sassens Theorie der »Globalen Städte« sind hilfreich

Niels Boeing

Die neoliberale Stadt von heute ist eine Stadt voller Zumutungen. Das zeigt sich nirgendwo deutlicher als in London. Dort verbrennen Dutzende von Menschen in einem Hochhaus, weil am Brandschutz gespart wurde. Innerstädtische Apartments werden als Betongold gekauft und bleiben leer, während die arbeitende Bevölkerung, die mit ihren Servicejobs den Alltag der britischen Metropole am Laufen hält, nur noch in Außenbezirken bezahlbaren Wohnraum findet. Eines der dichtesten Videoüberwachungsnetze der Welt verfolgt die Bewohner auf Schritt und Tritt. Einst öffentliche Plätze sind privatisiert worden, in Business Improvement Districts wachen private Sicherheitsdienste über den reibungslosen Konsumfluss. Im Stadtteil Stratford baut der IKEA-Konzern gleich ein komplettes Quartier.

Seit Jahrzehnten ist London eines der wichtigsten Labore des urbanen Neoliberalismus. Was dort erprobt ist, übernehmen ein paar Jahre später andere europäische Metropolen. Und singen das ...

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