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14.06.2017 / Feuilleton / Seite 4 (Beilage)

»Ein wahnsinniger Zustand«

Über die Folgen der französischen Präsidentschaftswahl, liberalen Populismus und das Dilemma der Linken. Ein Gespräch mit Bernd Stegemann

Thomas Wagner

Haben Sie sich über das Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahl gefreut?

Der französische Soziologe Didier Eribon hatte vorher gesagt: Wenn Macron jetzt gewinnt, ist Marine Le Pen in fünf Jahren dran. Damit hat er ein nicht ganz unrealistisches Szenario aufgemacht. Elf Millionen waren für Le Pen. Es gab vier Millionen ungültige Stimmen. Der Wahlsieger Emmanuel Macron hat 20 Millionen Stimmen bekommen. Der Abstand ist also nicht mehr sehr groß. Man wird sehen, ob in Frankreich das geschieht, was in Deutschland mit der »Agenda 2010« passiert ist.

Sie meinen das von der Regierung Gerhard Schröder durchgesetzte Regime neoliberaler Strukturveränderungen in Deutschland?

Ja. Nun geht es auch in Frankreich um massive Arbeitsmarktreformen, den Kündigungsschutz und alles, was damit zusammenhängt. Allerdings ist fraglich, ob das in Frankreich bei dem noch vorhandenen starken Kampfgeist der Gewerkschaften überhaupt durchsetzbar ist. Es könnte sein, dass Macron ...

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