08.03.2017 / Feminismus / Seite 4 (Beilage)

»Gewerkschaften und SPD haben lange am Ernährermodell festgehalten«

Frauen und besonders Mütter werden durch die Rentenpolitik massiv benachteiligt. Ein Gespräch mit Kristina Vaillant

Jana Frielinghaus

Sie haben in Ihrem neuen Buch »Die verratenen Mütter« markante Beispiele für die Situation von Frauen genannt, was ihre Rentenerwartungen betrifft. Da ist zum Beispiel die promovierte Physikerin, die mit 50 das erste Mal in ihrem Leben eine unbefristete Festanstellung bekommt. Oder die Angestellte, die mit nur kurzen Unterbrechungen immer berufstätig war und trotzdem lediglich eine Rente knapp über Sozialhilfeniveau zu erwarten hat. Sind solche Erwerbsbiographien typisch für Frauen in der Bundesrepublik?

Ja – und sie haben sehr wenig mit dem Lebenslauf des sogenannten Eckrentners zu tun. Der war 45 Jahre lang berufstätig und hat das von der Deutschen Rentenversicherung errechnete Durchschnittseinkommen verdient, das sind derzeit rund 3.000 Euro monatlich brutto. Das ergibt 45 Rentenpunkte. Und nach dem aktuellen Rentenwert erhält diese fiktive Person dann Altersbezüge von etwas mehr als 1.300 Euro im Westen und knapp 1.300 im Osten aus der gesetzlichen Pfl...

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