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23.03.2017 / Feuilleton / Seite 21 (Beilage)

Kapitale Goldgrube

Christian Russau beleuchtet die Rolle deutscher Konzerne in Brasilien

Peter Steiniger

Das ressourcenreiche süd­amerikanische Riesenland Brasilien ist seit Jahrzehnten wichtiges Betätigungsfeld deutscher Unternehmen und ihrer dortigen Ableger. Besonders in der Metropolregion São Paulo, dem größten Wirtschafts-, Finanz- und Handelszentrum des Kontinents mit mehr als 20 Millionen Einwohnern, ballen sie sich. Vorreiter unter den deutschen Global Playern war der Volkswagen-Konzern, bereits seit 1953 ist VW do Brasil im Industriegürtel ABC-Paulista, dem Herz der brasilianischen Automobilbranche, ansässig. Andere zogen nach: Zulieferer, Pharma- und Chemieriesen, Banken und Versicherungen. Unerschöpfliche Rohstoffe und billige Arbeitskräfte versprachen satte Profite.

Der US-geförderte Putsch vom 31. März 1964 gegen den sozialreformerischen Präsidenten João Goulart und die anschließende zivil-militärische Diktatur wirkten als Katalysator für die Expansion des westdeutschen Kapitals. Jene, die sein politisches Geschäft besorgten, fädelten mit den Mil...

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