Der Schwarze Kanal: »Sender Jerewan««
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23.03.2017 / Politisches Buch / Seite 13 (Beilage)

Klassenhass oder Staatsräson

Von 1932 bis 1943 war Iwan Maiski sowjetischer Botschafter in London. Seine Tagebücher sind angesichts der heutigen westlichen Politik gegenüber Russland von unheimlicher Aktualität

Arnold Schölzel

Der britische Historiker Paul Kennedy meint, es handele sich bei den Aufzeichnungen, die der sowjetische Diplomat Iwan Maiski (1884–1975) in seiner Zeit als Botschafter in London (1932–1943) anfertigte, um »vielleicht das bedeutendste politische Tagebuch des 20. Jahrhunderts«. Insofern ist die vom Herausgeber, dem israelisch-britischen Historiker Gabriel Gorodetsky ausführlich kommentierte deutschsprachige Ausgabe, »Die Maiski-Tagebücher. Ein Diplomat im Kampf gegen Hitler 1932–1943««, als wichtige editorische Tat zu würdigen.

Dem muss allerdings ein Aber folgen. Zunächst, weil der Titel nicht ganz korrekt ist: Es handelt sich bei dieser Ausgabe um etwa 25 Prozent der 1.800 Seiten, die von Maiski seit 1934 verfasst wurden. Die Auswahl erschien 2015 zuerst auf englisch bei Yale University Press, ihr soll dort eine dreibändige Gesamtausgabe folgen. Das wäre nicht weiter problematisch, auch die Teilveröffentlichung ist eine äußerst lohnende Lektüre. Die im ei...

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