14.12.2016 / Inland / Seite 7 (Beilage)

Tod per Versorgungsplan

Wie mit dem Versprechen von Selbstbestimmung die Etablierung von Sterbehilfe und ­fremdnütziger Forschung vorangetrieben wird

Erika Feyerabend

Unter dem Namen »Gesellschaft für selbstbestimmtes Ableben« stellte eine Gruppe Aktivisten Anfang November in Wien eine Kunstaktion vor. Deren »Businessplan« beinhaltet zur Finanzierung unter anderem Organhandel und verspricht: »Kein freudloses, heimliches Sterben in tristen Hotelzimmern ohne Qualitätssicherung.«

Ähnliches malte der schwedische Schriftsteller Carl-Henning Wijkmark bereits in seinem Roman »Der moderne Tod« von 1978 aus. Erzählt wird die Geschichte eines Symposiums zum Thema »Der letzte Lebensabschnitt des Menschen«. Ministerialdirektor Bert Persson erklärt, dass es einer massiven Meinungsbildung in gesellschaftlicher Regie bedürfe, um »Sterbekontrolle« so normal zu machen wie die Geburtenkontrolle. Schließlich würden 75 Prozent der Pflegekosten für »hoffnungslose Fälle« verbraucht. Es müsse die vornehme Aufgabe der Politik werden, die Euthanasiebereitschaft unter den armen Alten und Kranken zu verstärken, verstanden als »letzter Akt der Sel...

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