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07.12.2016 / Feuilleton / Seite 2 (Beilage)

Unter der Ulme

Vom Gefängnis zum Museum. Ein Warschauer Ort der Erinnerung an den Widerstand

Claudia Wrobel

Die Sonne blendet, als ich um die Ecke biege und die Bronzeskulptur der Ulme vor dem berüchtigten ehemaligen Gefängnis Pawiak sehe. Die Darstellung des alten Baumes ist ein eindrucksvolles Zeichen der Mahnung: Große Teile dieses Viertels des sogenannten Warschauer Ghettos waren einmal ein gigantisches Gefängnis. Die Skulptur steht vor einem gedrungenen Bau, errichtet auf den Fundamenten des Lagers. Als hier noch der Eingang zum Gefängnistrakt war und die Original-Ulme davor stand, haben Angehörige daran Tafeln angebracht, die bis heute an die »Verschwundenen« erinnern. Sie riskierten dabei ihr eigenes Leben.

In dem Museum wird die Geschichte Warschaus in der Nazizeit nachgezeichnet. Wegen der vielen Kollaborateure eine Epoche der Stadtgeschichte, über die die meisten Polen ungern reden. Der Museumsbau selbst ist unscheinbar. Man muss wenige Stufen hinuntergehen, um zur Ausstellung zu kommen. Heute gibt es um die Ecke die leckersten Törtchen der Stadt.

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