Gegründet 1947 Sa. / So., 20. / 21. April 2019, Nr. 93
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05.11.2016 / Feuilleton / Seite 3 (Beilage)

»Mann war auch Lukács’ blinder Fleck«

Über die ­marxistischen Grundlagen seines Indien-Romans »In anderen Herzen«. Ein Gespräch mit dem ­indischen Autor Neel Mukherjee

Reinhard Jellen

Ihr Roman »In anderen Herzen« spielt im Kalkutta der späten 60er Jahre. Im Mittelpunkt stehen der Niedergang einer Papierfabrik und der Zerfall der Eigentümerfamilie. Warum jetzt dieses Buch?

Ich wollte über die Welt schreiben, in der ich aufgewachsen bin, das Kalkutta der 70er Jahre. Was mich die Handlung leicht nach hinten verlegen ließ, war die Naxaliten-Rebellion (maoistischer Aufstand, 1967). Eine radikal linke Erhebung, die Indien erschütterte und die Notwendigkeit eines sozialen Wandels klarmachte. Außerdem dachte ich während der Konzeption recht intensiv über den realistischen Roman im Kapitalismus nach, seine darin rational zu agieren versuchenden Individuen. Da schien eine handeltreibende Familie ein geeigneter Gegenstand. Und parallel zu ihrem Zerfall versucht eben ein junger Revolutionär, Supratik, Bauern zum bewaffneten Aufstand zu bewegen.

Spielte Georg Lukács in Ihrer Beschäftigung mit Romantheorie eine Rolle?

Eine sehr große. Die Beschäftigun...

Artikel-Länge: 6015 Zeichen

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