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19.10.2016 / Feuilleton / Seite 18 (Beilage)

Komplexität wird überbewertet

Marina und Herfried Münkler wollen Lösungen für die »Flüchtlingskrise« bieten. Sie klingen dabei wie die Unternehmerverbände

Sabine Kebir

Als ich mich in den neunziger Jahren in Bremen mit einem Vortrag über den Kampf zwischen Islamismus und Demokratie in Nordafrika für eine Professur der Politischen Wissenschaften bewarb, wurde ich danach aufgefordert, das Problem auch im asiatischen Kontext zu erläutern. Ich wies das Ansinnen ab und erklärte meine Verwunderung, dass die Politischen Wissenschaften in der BRD wohl an demselben Fehler litten wie die in der DDR: am grundsätzlichen Mangel soziologischer Unterfütterung ihrer Analysen. Ideologische Grundfiguren des Marxismus-Leninismus wurden oft auf jedweden weltpolitischen Kontext übertragen, ohne diesen selbst von Grund auf analysiert zu haben. Das konnte in Wunschprojektionen enden. Herfried Münkler, ein typischer Politologe der Bundesrepublik, geht im Kern ähnlich vor: Seine theoretischen Konstrukte, die – ähnlich wie der Marxismus-Leninismus – durchaus Richtiges enthalten können, erweisen sich in allzu abstrakter Anwendung ebenfalls als Wu...

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