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06.04.2016 / Inland / Seite 7 (Beilage)

Deutsches Behördenchaos

Tag und Nacht harrten Flüchtlinge in Berlin vor Amtstüren aus. Die Situation hat sich zwar ­verbessert, nun gibt es aber Kritik wegen mutmaßlicher Vorteilsnahme

Claudia Wrobel

Deutschland gehört zu den reichsten Ländern der Europäischen Union. Im vergangenen Sommer jedoch hatte ausgerechnet die Hauptstadt ein Problem mit der Registrierung von Geflüchteten. Ganze Familien mussten tage- mitunter wochenlang im Freien ausharren. Endlos warteten die Flüchtlinge auch auf ihnen zustehende Geldzahlungen, ihre medizinische Versorgung, die per Gesetz sowieso schon auf ein Minimum begrenzt ist, war ebenfalls nicht gewährleistet. Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) war vollkommen überfordert. Das hat sich zwar mittlerweile gebessert. Nun aber steht die Behörde erneut in der Kritik, denn ein hochdotierter Auftrag wurde ohne öffentliche Ausschreibung vergeben. Die Landesregierung legt bei der Aufklärung der Vorwürfe weder besonderen Eifer noch große Ernsthaftigkeit an den Tag.

Der Sand im Getriebe des Lageso hatte im vergangenen Sommer nur deshalb kein totales Chaos zur Folge, weil Hunderte Ehrenamtliche in ihrer Freiz...

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