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02.10.2015 / 0 / Seite 6 (Beilage)

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Errungenschaften und Defizite der DDR. Ihre Bedeutung für einen zukünftigen Sozialismus

Ekkehard Lieberam

Welche neueren Tendenzen der Erinnerungspolitik zur DDR gibt es?

Erstens: Die Regierenden der BRD setzten seit 1949 auf die Diffamierung des ostdeutschen Staates. Im Rahmen der Politik des »Wandels durch Annäherung« seit den 70er Jahren geschah dies in einer etwas milderen Form, wofür z. B. der Begriff »Erziehungsdiktatur« zur Bezeichnung der DDR steht.

Zweitens: Die Tonlage wurde nach dem Anschluss der DDR extrem verschärft. Die in Bonn Regierenden verhielten sich so, als sei nicht das Ende, sondern der Höhepunkt des Kalten Krieges gekommen. Sie nahmen den Begriff »totalitäre Diktatur« aus den 50er Jahren auf und etikettierten mit ihm erneut die DDR. Das besorgten vor allem die zwei Enquetekommissionen des Bundestages zur »SED-Diktatur«. Neu hinzu kam das Wort »Unrechtsstaat«, das Ende der 90er Jahre durchgesetzt wurde. Im Kalten Krieg hatten es nur wenige Scharfmacher genutzt, um die DDR mit dem nazifaschistischen Staat gleichzusetzen. Aber bereits Para...

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