Gegründet 1947 Dienstag, 18. Juni 2019, Nr. 138
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11.12.2013 / 0 / Seite 5 (Beilage)

Europäische Unkultur

David Van Reybroucks Kongo-Buch ist spannende Geschichtsschreibung, enthält aber naive Fehleinschätzungen

Gerd Schumann

Es geht tief unter die Haut, wenn Etienne Nkasi, der von sich sagt, er sei 1882 geboren, aus seiner Kindheit und Jugend erzählt. Aus der Zeit, als der britische Journalist Henry Morton Stanley aus der Große-Seen-Region den Kongofluß hinauf bis zum Atlantik fuhr. Wunderliche Gestalt, »ein Mann, ganz weiß, wie ein Albino, und ganz in Kleider gehüllt«, 24 schwarze Träger begleiten ihn, sein Schiff, die »Lady Alice«, ist zerlegbar. Als er dann von Einheimischen angegriffen wird, fühlt dieser mit jeder Faser seines Körpers, »daß wir solch schmutziges, gefräßiges Gesindel hassen«.

Die Kolonisten kommen mit Macheten und Dampfmaschinen. Die Inbesitznahme des riesigen zentralafrikanischen Gebiets durch den belgischen König Léopold II. unter lukrativer Beteiligung Stanleys steht unmittelbar bevor, der »Freistaat Kongo« vor seiner Gründung – eine Art Puffer zwischen den Kolonien der europäischen Groß...

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