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09.10.2013 / 0 / Seite 16 (Beilage)

Aus der Zeit gefallen

Zdenka Becker erzählt zu harmlos von der Aufklärung eines brutalen Mordes

Barbara Slawig

Mein Papa ist jemand. Mein Papa war jemand«, sagt die Ich-Erzählerin Lara in Zdenka Beckers Roman »Der größte Fall meines Vaters« über ihren fast 90jährigen Vater. »Er war Polizeipräsident, jemand, der es gewohnt war, daß ihm die Menschen Respekt entgegenbringen.« Heute ist das mit dem Respekt nicht mehr so einfach. Teodor Mudroch ist auf Pflege angewiesen. Die Bekannten von früher belästigen ihn mit ihrem Mitleid, und wenn ihn seine Tochter bei ihren wöchentlichen Besuchen in Bratislava im Rollstuhl durch die Straßen und Parks schiebt, lachen die Passanten über seine prächtige Uniform aus der alten, der sozialistischen Zeit. Dabei legt er die Uniform doch an, damit man sieht, daß er einmal jemand war.

Dieser Wunsch nach Respekt ist wohl auch der Grund, weshalb er es sich in den Kopf setzt, daß seine Tochter in ihrem nächsten Roman den wichtigsten Fall seiner Polizistenlaufbahn schildern soll, einen grausamen Mord, der sich ...

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