09.10.2013 / 0 / Seite 11 (Beilage)

Verschwinden lassen

Bernardo Kucinski erzählt eine exemplarische Geschichte aus der brasilianischen Militärdiktatur

Gerd Bedszent

Herr K., ein jüdischer Wissenschaftler, der in den 1930er Jahren aus dem zunehmend repressiven Vorkriegspolen nach Brasilien geflüchtet war, vermißt seine Tochter. Die ist als Universitätsdozentin von einem Tag zum anderen nicht mehr am Arbeitsplatz erschienen. Mit ihr verschwunden ist auch der Schwiegersohn. Gerüchte gehen in der Stadt um, wissen von verhafteten und seitdem spurlos verschwundenen Studenten. Die Polizei, an die K. sich mit einer Vermißtenanzeige wenden, ist hilflos: Einmischung in politische Fälle ist ihr rigoros untersagt. Nur aus Mitleid nimmt ein Polizist die Anzeige überhaupt entgegen.

Bernardo Kucinskis im Jahre 2011 zuerst auf Portugiesisch erschienener Roman »K. oder Die verschwundene Tochter« führt in das Brasilien des Jahrs 1974. Seit zehn Jahren wird das Land von einer Militärclique beherrscht. Auf Versuche kommunistischer Untergrundgruppen, nach dem Vorbild Kubas einen bewaffneten Kampf gegen die Diktatur zu organi...

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