Gegründet 1947 Sa. / So., 15. / 16. Juni 2019, Nr. 136
Die junge Welt wird von 2198 GenossInnen herausgegeben
09.10.2013 / 0 / Seite 4 (Beilage)

»Ein Vorteil des Buchs ist: keiner liest mit«

Gespräch mit Roland Reuß. Über Digitalisierung und Herrschaft, die ­demokratische Qualität der Buchkultur und das Versagen linker Politik

Interview: Thomas Wagner

F: Warum halten Sie die Erhaltung der Buchkultur, inklusive Buchhandlungen, Verlage und Bibliotheken, auch in Zeiten des Internet für wichtig?

Das hat nichts mit Sentimentalität zu tun, sondern damit, daß ich das Buch für ein nicht kontrollierbares Medium halte. Das ist in der gegenwärtigen politischen Situation ein zentraler Punkt in der Argumentation. Sie kriegen die Buchproduktion nicht so unter Kontrolle, wie das in der Netzproduktion möglich ist. Die ganze Situation im Netz ist so fragil, daß gute Computerexperten mit entsprechenden Kenntnissen an alles herankommen und damit poten­tiell steuern können, was man lesen kann. Wenn dagegen ein Buch erst einmal in der Welt ist, bleibt das Wissen mit großer Wahrscheinlichkeit erhalten. Denken Sie an die Geschichte der Ketzer, die Bücher von Descartes, die in Holland gedruckt werden mußten, weil sie in Frankreich auf dem Index standen. Das sind Beispiele dafür, daß das Buch sich gegen Kontrollversuche b...

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