Gegründet 1947 Donnerstag, 27. Juni 2019, Nr. 146
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14.08.2013 / 0 / Seite 7 (Beilage)

Falsche Umkehrschlüsse

Pressekodex? Voll sexistisch! Über journalistische Verantwortung und den Wunsch nach politisch korrekter Vorverurteilung bei wirklich schlimmen Taten

Claudia Wangerin

Journalisten sind auf den ersten Blick oft böse, herzlos und politisch unkorrekt. Journalistinnen sind all das auch. Es kommt sogar vor, daß sie um der Lesbarkeit ihrer Texte willen die Sprache nicht ordentlich »gendern« oder als Gerichtsreporterinnen auch bei wirklich schlimmen Tatvorwürfen – wie etwa Vergewaltigung – das Ergebnis der Beweisaufnahme nicht vorwegnehmen.

Was wir schlicht als Ausdruck von Professionalität und journalistischer Ethik verstehen, ohne dafür unser linkes Selbstverständnis aufgeben zu müssen, fliegt uns in einschlägigen Diskussionsforen oder Facebook-Gruppen regelmäßig um die Ohren. Da heißt es etwa, wir hätten »30 Jahre feministischer Diskurse« nicht zur Kenntnis genommen und stellten »linke Basics in Frage«. Gemeint ist der Anspruch, die Glaubwürdigkeit einer Frau nicht in Frage zu stellen, die einen Vergewaltigungsvorwurf erhebt.

Zwar eine Minderheit unter den Leserin...



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