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07.08.2013 / 0 / Seite 8 (Beilage)

Die Capsunari von Rövershagen

Begehrt und doch oft wie Dreck behandelt: Osteuropäische Erntehelfer und Verkäuferinnen von Megaerdbeerfarmen und anderen Firmen der Obst- und Gemüsebranche

Helmut Höge

Für den Sommer 2011 verdingte sich der Kleinbauer Janek aus Westpolen mit seiner Lebensgefährtin Ewa, gelernte Krankenschwester, für 45 Tage als Pflücker auf einer Erdbeerfarm in Schweden. Sie hatten im polnischen Landwirtschaftsministerium von diesem Jobangebot erfahren, wie sie mir erzählten. Der schwedische Farmer beschäftigte 220 Erntehelfer. Sie fingen morgens um 4.30 Uhr an und arbeiteten bis zum Mittag. Bezahlt wurden sie pro Kiste: für 15 Kilo gab es 33 Kronen. Janek schaffte täglich 20 bis 25 Kisten, sein Rekord lag bei 40. Ewa und er verdienten dort umgerechnet 3600 Euro, wovon sie sich allerdings selbst verpflegen mußten. Ihre Unterkunft, ein Wohnwagen, war kostenlos.

In Westeuropa arbeiten bereits einige Millionen Erntehelfer aus Osteuropa. Die rumänischen heißen pauschal »Capsunari«, Erdbeerpflücker, egal, was sie im Ausland tun. In der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGKB) in Berlin-Kreuzberg widmete ihnen der Künstler Da...

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