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01.08.2012 / 0 / Seite 4 (Beilage)

Sumpf oder Kornkammer?

Noch nie seit seiner Trockenlegung vor 255 Jahren war die Existenz des fruchtbaren Agrarlandes im Oderbruch so gefährdet wie heute

Siegfried Hanke

Bauern jammern ja immer. Im Oderbruch ganz besonders. – Dieses weit verbreitete Vorurteil rührt natürlich von den immer wieder angeführten Gründen für schlechte Ernten: Mal ist es zu naß, mal zu trocken. Mal ist der Milchverkaufspreis zu niedrig, mal der für Schweinefutter zu hoch. Über die Griesgrämigkeit der Bewohner dieses Landstrichs machte sich schon Theodor Fontane lustig, als er die »Winter-Falkenberger« porträtierte. Dabei liefert das Wirtschaften und Leben in Deutschlands größtem eingedeichten Flußpolder tatsächlich viele Gründe, in steter Sorge zu sein. Denn die vor 255 Jahren »friedlich errungene« Provinz zwischen Lebus und Oderberg liegt einige Meter tiefer als der Fluß, der bei entsprechender Wetterlage gern über die Ufer tritt. Das »Jahrhunderthochwasser« zeigte 1997, wo die Schwachstellen im Deichsystem lagen. Und selbst Fontane brachte Verständnis dafür auf, daß die Bauern im tiefer gelegenen ...

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