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01.08.2012 / 0 / Seite 5 (Beilage)

Bald »Sojaweltmeister«

In Brasilien werden Nachfahren schwarzer Sklaven für Anbau der Nutzpflanze von ihrem Grund und Boden vertrieben – trotz Landrecht und oft mit Waffengewalt

Norbert Suchanek

Die Haut des Sojafarmers in Brasilien ist in der Regel weiß, die der Opfer seines Expansionsdrangs im Bundesstaat Maranhão meist dunkel. Die Landrechtssituation sei dramatisch, erklärte kürzlich die Gesellschaft für Menschenrechte in Maranhão (SMDH). Unter den Vertreibungen leiden gegenwärtig vor allem Nachfahren schwarzer Sklaven.

Der schon seit Jahrzehnten von der Familie Sarney kontrollierte Bundesstaat Maranhão im Nordosten Brasiliens wird seit Ende der 1990er Jahre von Protagonisten des Agrobusiness vornehmlich aus dem Süden heimgesucht. Dank ebener Flächen und Wasser in Hülle und Fülle schreitet die Zerstörung des Cerrado, der fruchtbaren Savannenlandschaft, in Maranhão in erschreckender Weise voran. Doch das Land ist gespickt mit sogenannten Quilombos, Gemeinden von Schwarzen. Dank eines von Präsident Fernando Collor de Mello 1988 geschaffenen Gesetzes haben diese Kommunen und ihre Bewohner, die Quilombolas, zumindest t...

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