Gegründet 1947 Mittwoch, 16. Oktober 2019, Nr. 240
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03.02.2010 / 0 / Seite 10 (Beilage)

Kettenreaktionen der Sinne

Gottlos glücklich sein: Es ist eine gute Zeit für Gedichte, findet Leonhard Lorek. Und veröffentlicht sein erstes offizielles Buch

Robert Mießner

Was unterscheidet ein gutes Gedicht von, sagen wir, einem Beipackzettel oder einer Zeitungsspalte? Die Frage ist nicht rhetorisch gemeint. Selbst wer von sich behauptet, kein Gespür, keinen Sinn und schon gar keine Zeit für Geschriebenes zu haben, muß dennoch irgendwie damit umgehen. Wir sind von Texten und Bedeutungen umgeben. Die wenigsten davon brauchen wir wirklich. Ein gutes Gedicht fährt dazwischen, mit leichter Hand oder, wenn es sein muß, der Faust. Es kann Nebenwirkungen haben. Aber die herauszufinden, das liegt beim Leser, dafür gibt es keinen Warnhinweis. Leonhard Lorek, 1958 im südpolnischen Zabrze geboren, in den Achtzigern einer der Aktivisten der subkulturellen Prenzlauer-Berg-Szene, 1988 nach West-Berlin gegangen, wo er jetzt in Neukölln mit Küchenkräutern auf dem Balkon wohnt, sagt: »Für mich haben Gedichte etwa so zu wirken wie Calgon: Kalk lösend, Verkrustungen aufhebend.« Er wählt da ein ganz unsentimentales Bild für einen ...

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