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03.02.2010 / 0 / Seite 3 (Beilage)

Blut wird fließen

Eric Hobsbawms Annäherungen an die neue Weltunordnung

Christoph Jünke

Zu den erfrischenden Momenten in unserer Zeit der politischen und intellektuellen Einöde gehören jene, in denen die Medienindustrie meint, vermeintliche Minderheitenmeinungen zu Wort kommen lassen zu müssen. Einer dieser Momente schlug im Mai des letzten Jahres, als die Polit-Illustrierte Stern einen ihrer bewährten Zeitgeist-Autoren nach London sandte, um den altehrwürdigen Eric Hobsbawm zur Krise des Kapitalismus zu befragen.

Der 92jährige Historiker von Weltformat ließ sich vom zynischen Spott seines deutschen Besuchers nicht irritieren und seine reiche geschichtliche Erfahrung in der Warnung vor einer neuen großen Tragödie gipfeln. »Es wird Blut fließen, mehr als das, viel Blut, das Leid der Menschen wird zunehmen, auch die Zahl der Flüchtlinge. Und noch etwas möchte ich nicht ausschließen: einen Krieg, der dann zum Weltkrieg werden würde – zwischen den USA und China.« Der für seine, wie Wikipedia zu berichten weiß, »besonders...

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