Gegründet 1947 Sa. / So., 6. / 7. Juni 2020, Nr. 130
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16.08.2007 / 0 / Seite 8 (Beilage)

Ein differenziertes Bild

Bildungschancen von Menschen mit geistiger Behinderung in der DDR

Sebastian Barsch

Nur wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann in den besetzten Gebieten Deutschlands der Wiederaufbau des in den Grundfesten zerstörten Bildungswesens. In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) formulierten Zentralkomitee der KPD und der Zentralausschuß der SPD am 18. Oktober 1945 einen gemeinsamen Aufruf: »Nach unendlichen Leiden stehen wir am Ende der nazistischen Schreckensherrschaft. Mit einer Unmenschlichkeit, zu der es kaum ein Gegenstück in der Geschichte gibt, hat sie die moralischen und psychischen Kräfte unserer Jugend vernichtet und ihre Bildung untergraben.« Die auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) im Sommer 1945 gegründete Zentralverwaltung für Volksbildung übernahm auch die Zuständigkeit für das Sonderschulwesen. Nachdem die räumlichen und personellen Bedingungen in den ersten Jahren nach dem Krieg kaum eine flächendeckende Beschulung von Kindern mit Behinderungen ermöglicht hatten, vollzog s...

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