75 Ausgaben junge Welt für 75 €
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Aus: Shop, Beilage der jW vom 10.11.2021
Modernes Antiquariat

Porträt einer Revolutionärin

Die Bibliothek des Widerstands würdigt eine außergewöhnliche Kämpferin

Sie ist Philosophin, Wissenschaftlerin, Schriftstellerin – vor allem aber ist Angela Davis Kommunistin und die wohl bekannteste Aktivistin der US-amerikanischen Black-Power-Bewegung. Ihr Kampf für die Rechte insbesondere farbiger politischer Gefangener in den USA machte sie Anfang der 1970er Jahre zur Symbolfigur. Angela Davis setzte sich für die »Soledad Brothers« ein, eine Gruppe von Häftlingen, die der Black Panther Party angehörten und wegen des Mordes an einem weißen Wärter angeklagt wurden. Ein Versuch, sie zu befreien, endete in einem Schusswechsel. Weil eine dabei verwendete Waffe auf ihren Namen registriert war, wurde Angela Davis in der Folge unter anderem des Mordes beschuldigt. Von 1970 bis 1972 saß sie im Gefängnis. Ihr drohte die Todesstrafe. Es kam weltweit zu Protestaktionen für ihre Freilassung. Allein aus der DDR erreichten unter maßgeblicher Beteiligung der Jungen Welt mehr als eine Million Solidaritätsbekundungen die zu Unrecht Inhaftierte. 1972 wurde Angela Davis von allen Anklagepunkten freigesprochen.

Angela Davis studierte Französisch, Philosophie und Soziologie. Sie hat sich wissenschaftlich insbesondere mit Fragen des Feminismus, des Klassenkampfes und der Stellung schwarzer Frauen in Kultur und Politik beschäftigt. Heute ist sie emeritierte Professorin am Department of History of Consciousness der University of California. 2005 war Angela Davis Referentin der X. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz.

Der vorliegende Band enthält einen Abriss zur Geschichte der Bürgerrechtsbewegung in den USA von 1954 bis 1964; Kurzbiographien sowie historische Texte von Angela Davis, George Jackson und den »Soledad Brothers« sowie die beiden Filme »Portrait of a Revolutionary« (USA, 1972, 60 Min.) und »Angela Davis – Eine Legende lebt« (BRD, 1998, 79 Min.).

Bibliothek des Widerstands

Band 2: Angela Davis

Laika-Verlag, 120 Seiten, 1 DVD (Gesamtspielzeit: 139 Min.), 18,00 Euro

Bibliothek des Widerstands

Band 29: Diktatur und Widerstand in Chile

Das Buch beginnt mit Berichten über den 11. September 1973, die den systematischen Terror der Militärjunta aufzeigen. Weitere Beiträge stellen Widerstand und bewaffneten Kampf gegen das Pinochet-Regime dar. Ferner wird die internationale Solidaritätsarbeit für die Unidad Popular und das unterschiedliche Engagement der beiden deutschen Staaten beleuchtet. Dem Band liegen zwei DVDs mit einem Film von Patricío Guzmán und fünf beeindruckenden Dokumentationen von Walter Heynowski und Gerhard Scheumann bei.

Laika-Verlag, 360 Seiten, 2 DVDs (Gesamtspielzeit: 330 Min.), 18,00 Euro

Bibliothek des Widerstands

Band 30: Postdiktatur und soziale Kämpfe in Chile

Die Nachwirkungen der chilenischen Militärdiktatur sind bis heute spürbar. Die chilenische Gesellschaft ist immer noch in Befürworter und Gegner der Militärs gespalten. Doch unaufhaltsam regt sich immer mehr Widerstand gegen das chilenische neoliberale System: Schüler, Indigene und Studierende tragen ihren Protest auf die Straße und erobern sich so das Recht auf Protest und Widerstand zurück. All das dokumentieren fünf Filme.

Laika-Verlag, 208 Seiten, 2 DVDs (Gesamtspielzeit: 426 Min.), 15,00 Euro

Bibliothek des Widerstands

Band 31: Verdeckter Bürgerkrieg und Klassenkampf in Italien I

Die Entstehung des neuen Antifaschismus

Band I zur neueren Geschichte Italiens und insbesondere der des Operaismus versammelt u. a. Untersuchungen der Historiker Cesare Bermani und Sergio Bologna. Den Band ergänzen sieben Filme der 1960er Jahre. Ein bemerkenswertes politisches Dokument der italienischen Nachkriegszeit, das wie kaum ein anderes eine Innenansicht des Operaismus ermöglicht.

Laika-Verlag, 224 Seiten, 2 DVDs (Gesamtspielzeit: 221 Min.), 13,00 Euro

Bibliothek des Widerstands

Band 31: Verdeckter Bürgerkrieg und Klassenkampf in Italien II

Revolte und Strategie der Spannung

Band II zur politischen Nachkriegsgeschichte Italiens legt den Schwerpunkt auf die Jahre 1967, ’68 und ’69. Zum Band gehören acht Filme, darunter der gemeinsam mit der Stiftung Cineteca di Bologna restaurierte Film »12 dicembre« von Pier Paolo Pasolini und Lotta Continua, der ein Jahr nach dem Attentat auf der Piazza Fontana entstand und mit hoher Authentizität die Stimmung nach dem Beginn der Strategie der Spannung nachempfindbar macht.

Laika-Verlag, 424 Seiten, 2 DVDs (Gesamtspielzeit: 454 Min.), 19,00 Euro

Bernd Greiner

Krieg ohne Fronten

Die USA in Vietnam

Die Bilder der zerstörten Dörfer, der von Napalm verbrannten Kinder, von einem Land, auf das mehr Bomben geworfen wurden als auf alle Schauplätze des Zweiten Weltkrieges zusammen, prägen die Erinnerung an den Vietnamkrieg und die Jahre zwischen 1965 und 1975. Bernd Greiner beschreibt die Geschichte hinter diesen Bildern. Er geht der Frage nach, weshalb sich die USA überhaupt auf diesen Konflikt einließen und warum sie den Krieg selbst im Wissen um eine unausweichliche Niederlage weiterführten.

Verlag Hamburger Edition, 596 Seiten, 15,00 Euro

Medea Benjamin

Drohnenkrieg

Tod aus heiterem Himmel

Sie sind klein wie Insekten oder groß wie ein Passagierflugzeug – die »Unmanned Aerial Vehicles« oder kurz Drohnen genannten neuesten Waffen. Ob zur Überwachung und Ausspähung oder zum gezielten Töten eingesetzt – der Rüstungsindustrie bescheren sie Milliardengewinne und verändern die Kriegführung zwischen Staaten, aber auch die sogenannte »Aufstandsbekämpfung« fundamental. Ein Verbot militärischer und polizeilicher Drohnen ist deshalb für uns alle eine Lebensversicherung.

Laika-Verlag, 208 Seiten, 7,00 Euro

Hans-Arthur Marsiske

Kriegsmaschinen

Roboter im Militäreinsatz

Bei den Kämpfen in Afghanistan und im Irak haben sich Roboter für die westlichen Streitkräfte längst als unentbehrlich erwiesen. Sie untersuchen Sprengfallen, überwachen verdächtige Personen und greifen aus der Luft mit Raketen an. Bislang werden Militärroboter noch durch Menschen ferngesteuert. Doch schon in 20 Jahren könnten die ersten von ihnen autonom über den Einsatz tödlicher Waffen entscheiden.

Heise-Medien, 245 Seiten, 8,00 Euro

Mohammed Hassan/David Pestieau

Irak

Der Widerstand – Auge in Auge mit den Besatzern

Zwei Monate nach der Machtübergabe an die Übergangsregierung von Ministerpräsident Allawi bot der Irak nach wie vor ein zerrissenes Bild. Im sunnitischen Dreieck – vor allem im Gebiet von Falludscha – hatte die Regierung keine wirkliche Autorität. Widerstand gegen die Besatzer organisierte sich neu. Eine historische Momentaufnahme.

Zambon-Verlag, 176 Seiten, 6,00 Euro

Rudolf Hirsch

Um die Endlösung

Prozessberichte

Rudolf Hirsch (1907–1998) wurde von den Nazis durch ganz Europa gehetzt. Als Jude im Widerstand kehrte er 1935 noch einmal nach Deutschland zurück, schloss sich der Gruppe »Neu Beginnen« an, musste aber 1937 das Land seiner Geburt erneut verlassen und gelangte schließlich nach Tel Aviv. Nach seiner Rückkehr nach Ostdeutschland ging er zu den zahlreichen Prozessen gegen die Peiniger der Juden und all der anderen Opfer des Naziregimes und berichtete von ihren Verbrechen.

Dietz-Verlag Berlin, 317 Seiten, 10,00 Euro

Rolf Verleger

Hundert Jahre Heimatland

Judentum und Israel zwischen Nächstenliebe und Nationalismus

Verzweifelt über israelische Menschenrechtsverletzungen, verblüfft über das Vogel-Strauß-Verhalten deutscher Politiker und aufgrund der jüdischen Tradition seiner Familie sucht der Autor die Ursachen der heutigen Situation und spürt verlorengegangenen Alternativen nach: im Judentum des Zarenreichs, wo Religiosität, Sozialismus und Nationalismus Wurzeln schlugen, im Zusammentreffen dieser Strömungen mit dem britischen Empire, der Furcht Europas vor dem »jüdischen Bolschewismus« und den Naziverbrechen.

Westend-Verlag, 256 Seiten, 10,00 Euro

Haluk Gerger

Widerstand im Nahen Osten

Die Politik der USA, der Westmächte und der Türkei gegen die arabischen Länder von 1945 bis in die Gegenwart

Der Autor analysiert den Widerstand im arabischen Raum nach 1945 und die Reaktion der Westmächte darauf. Er bezieht klar und eindeutig Stellung: für die Völker und deren Widerstandskampf, gegen die Mächtigen und gegen deren Ideologie. Dabei beharrt er, auch im Gespräch, immer wieder darauf, dass es eben wichtig sei, eine Theorie und eine Weltanschauung zu haben.

Zambon-Verlag, 544 Seiten, 11,00 Euro

Saree Makdisi

Palästina

Innenansichten einer Belagerung

Saree Makdisi belegt anhand bisher unveröffentlichter Dokumente aus den israelischen Militärarchiven und anhand der minutiösen Dokumentation der Fragmentierung palästinensischer Gebiete seine Sicht, dass eine Zweistaatenlösung längst illusorisch geworden ist. Die einzige realistische Alternative sieht der Autor in einem multiethnischen, demokratischen Staat. Das Buch ist keine Schilderung des Widerstandes gegen die israelische Besatzungspolitik, sondern eine Bestandsaufnahme des alltäglichen Belagerungszustandes

Laika-Verlag, 420 Seiten, 9,00 Euro

Régis Debray

Brief an einen israelischen Freund

In seinem Brief an den Freund Élie Barnavi, ehemaliger Botschafter Israels in Frankreich und Autor des Buches »Les Religions meurtrières«, spricht der französische Intellektuelle Régis Debray brennende Fragen im Verhältnis zwischen Israel und Palästina, Aspekte des Judentums und des Antisemitismus in Frankreich an. Dieser mit erstaunenswerter Schärfe und Perspektive formulierte Brief vermeidet jede Provokation und ist eine Aufforderung zur notwendigen Reflexion in einem schon fast statisch gewordenen Konflikt

Laika-Verlag, 112 Seiten, 5,00 Euro

Ilan Pappe/Jamil Hilal

Zu beiden Seiten der Mauer

Der vorliegende Band ist das Ergebnis einer bisher einmaligen Kooperation israelischer und palästinensischer Historiker und Soziologen, um die Geschichte dieses umkämpften Landes in einem gemeinsamen Kontext aufzuarbeiten. Ilan Pappe und Jamil Hilal versammelten namhafte Wissenschaftler von beiden Seiten der Mauer zu einem Dialog über Geschichte, Identität und Ursachen sowie mögliche Lösungen dieses unerklärten Krieges.

Laika-Verlag, 498 Seiten, 13,00 Euro

Moustafa Bayoumi (Hg.)

Mitternacht auf der Mavi Marmara

Östliches Mittelmeer, 31. Mai 2010, 4.30 Uhr: Israelische Kommandos, vom Wasser und aus der Luft kommend, greifen in internationalem Gewässer die sechs Boote der Gaza-Flottille an, die sich auf dem Weg zum belagerten Gaza befand, um die dortige Bevölkerung mit humanitären Hilfsgütern zu versorgen. Beim Sturm auf die Schiffe werden innerhalb weniger Minuten neun Aktivisten der international organisierten Solidaritätsaktion von der israelischen Armee erschossen und viele andere verletzt. Teilnehmer und Journalisten berichten von den Ereignissen.

Laika-Verlag, 362 Seiten, 9,00 Euro

Wayne Madsen

Moralischer Bankrott

Der amerikanische Offenbarungseid

Der bekannte Washingtoner Enthüllungsjournalist hat akribisch recherchiert und eine übersichtliche Zusammenfassung der Aktivitäten der USA zu Beginn der 2000er Jahre vorgelegt. Geheimgefängnisse der CIA, Entführung von verdächtigen Personen ohne rechtsstaatliches Verfahren, Folter in Militärgefängnissen unter der Aufsicht von disziplinlosen Söldnerhaufen, Einschüchterung kritischer Staatsdiener, staatliche Täuschungsmanöver zu Propagandazwecken, Korruption, illegale Abhörmaßnahmen, Umsturzpläne und Mordkomplotte gegen ausländische Staatschefs.

HWK-Verlag, 415 Seiten, 5,00 Euro

Dan Berger

Kampf im Herzen der Bestie – Militanter Widerstand in den USA

Im linken Bewusstsein dieser Jahre waren die USA weltweit das imperialistische Zentrum – und Schauplatz zahlloser militanter Aktionen, besonders bekannt durch die US-amerikanische Stadtguerillagruppe »Weather Underground«. Diese verstand ihren revolutionären Kampf als den im »Herzen der Bestie«. Berger liefert eine politische Analyse des militanten antikapitalistischen Kampfes vor dem Hintergrund jüngster US-amerikanischer Politik. Wer die aktuelle Situation der US-amerikanischen Linken verstehen will, für den ist dieses Buch eine notwendige Lektüre.

Laika-Verlag, 384 Seiten, 9,00 Euro

Srecko Horvat

Nach dem Ende der Geschichte

Vom arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung

Horvats Buch thematisiert die neuesten sozialen Bewegungen und Veränderungen vom »arabischen Frühling« bis hin zur »Occupy Wall Street«-Bewegung, offenbart die Schwachpunkte des heutigen Systems und bietet Strategien an, es zu bekämpfen. Das Buch soll weder als Selbsthilfe für den Kapitalismus noch als wohlwollende Genossenkritik an der liberalen Demokratie oder als Präsentation eines »Dritten Weges« begriffen werden.

Laika-Verlag, 275 Seiten, 7,00 Euro


Ulrike Meinhof

Deutschland, Deutschland unter anderm

Aufsätze und Polemiken

Diese Auswahl von Artikeln zeichnet die politische Biographie Ulrike Meinhofs nach – und damit auch die der Bundesrepublik jener Jahre. Die Texte, geschrieben in den Jahren 1960 bis 1969, lassen verstehen, woher die faszinierende Überzeugungskraft und gleichzeitig die tiefe Verbitterung Meinhofs kam: Es ist ihr Versuch, die im Grundgesetz versprochene Demokratie gegen die politischen Widersprüche der ebenso verlogenen wie erfolgsgetriebenen Vergessensgesellschaft zu setzen und eine Gegenöffentlichkeit herzustellen.

Verlag Klaus Wagenbach, 144 Seiten, 8,00 Euro

Hannes Heer

Hitler war’s

Die Befreiung der Deutschen von ihrer Vergangenheit

Schon lange ist es hoffähig geworden, Hitler zum Sündenbock zu machen, um die deutsche Vergangenheit zu bereinigen. Der Hitler- und Speer-Experte Joachim Fest, Bernd Eichingers preisgekrönter Film »Der Untergang« und die einschlägigen History-Fernsehserien sind hier die Kronzeugen für das aktuelle Rollback in der Geschichtsbetrachtung. Wird Hitler noch einmal zum Führer der Deutschen?

Aufbau-Verlag, 438 Seiten, 12,00 Euro

Zeitung gegen Profite mit der Gesundheit

Die junge Welt ist die einzige parteiunabhängige Tageszeitung, die Zeit Ihres Bestehens gegen Krieg und Faschismus angeschrieben hat. Wenn wir nun unseren 75. Geburtstag feiern, dann möchten wir das zusammen mit unseren Leserinnen und Lesern begehen.

Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, hat die junge Welt die 75er-Aktion. Schenken Sie sich, Ihren Lieben und der jW 75 Ausgaben für 75 Euro. Danach endet das Abo automatisch und muss nicht abbestellt werden.

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