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Gegründet 1947 Dienstag, 30. November 2021, Nr. 279
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Aus: Shop, Beilage der jW vom 22.09.2021
Empfehlungen aus der jW-Autorenbibliothek

Kommunistisches Kalkül

Dietmar Dath kalkuliert, wie die Zerstörung der Vernunft gestoppt werden kann

Der deutsche Logiker Gerhard Gentzen zählte zu den genialsten seines Fachs. Doch wer erinnert sich an ihn? Auf der Suche nach Erinnerung begleitet der Leser die Protagonisten in einen Denkraum, in dem nicht nur Gentzen aufritt, sondern auch noch ganz andere Figuren: Frank Schirrmacher, Jeff Bezos, Ruth Garrett Millikan, eine schiefe Tante und ein geheimnisvolles Wesen, das das Leben auf der Erde erheblich in Gefahr bringen wird. Sie alle sind fasziniert von der Grundlage unseres Daseins in der Gegenwart: der schier unendlich scheinenden Rechenleistung der Computer. Sie ermöglicht die Verteilung von Impfstoffen oder Hilfsgütern, die Steuerung der Atomwaffenarsenale oder die Likes und Kommentare in den »sozialen« Medien, die es nicht gäbe, wenn Programme nicht die Funktionsweise von Programmen überprüfen könnten. Dass sie das können, hat wiederum mit Gerhard Gentzen zu tun. Die verschiedenen Erzählstränge schreiben selbst ein Programm, das die Chancen und Möglichkeiten der Rechentechnik der Gegenwart durchkalkuliert, aber auch ihre Grenzen und Risiken. Denn wenn Monopole vorgeben, was mit welchem Ziel zu programmieren ist, »rettet uns keine Logik vor dem Resultat«. »Dath zeigt, warum der Kapitalismus von heute die Zerstörung der Vernunft bedeutet – und er führt vor, wie sich für eine neue Gesellschaft kämpfen lässt, unter Bedingungen, die von unseren nicht völlig verschieden sind.« (Olaf Matthes in M & R 4/2021)

Dietmar Dath

Gentzen oder: Betrunken aufräumen

Ein Kalkülroman

Verlag Matthes und Seitz, 604 Seiten, 26,00 Euro

Conrad Schuhler

Das Neue Amerika des Joseph R. Biden

Biden verfolgt die Linie America First wie sein Vorgänger, nur mit anderen Methoden. »Für immer« sollen die USA die führende Kraft in der Welt sein. Doch Bidens Konzept, durch »mehr Sozialstaat« die Spaltung im eigenen Land erträglicher zu machen, wird scheitern. Ebensowenig kann die Ausrufung eines neuen Kalten Kriegs den weiteren Aufstieg Chinas verhindern. Eine zerrissene Gesellschaft im Innern, der Verlust der globalen Vorherrschaft – können die Friedenskräfte verhindern, dass die dort Herrschenden die letzte ihnen verbleibende Machtressource einsetzen und ein Inferno auslösen?

Papyrossa-Verlag, 143 Seiten, 12,90 Euro, lieferbar ab 28.9.2021!

Glenn Jäger

Diego Maradona

In den Farben des Südens

Er kam aus dem Süden, ein Jahrhundertfußballer, besungen und geschmäht, verehrt und verachtet. Viele feierten den Dribbler und Dirigenten auch für sein Aufbegehren – nicht nur gegen die Herrschaften der FIFA. Andere sahen ihm seine Haltung nicht nach, sie hatten ihm seine Herkunft »nie verziehen«, wie er selbst einmal sagte. Seinesgleichen war verrufen als »cabecita negra«, ein Begriff, den er stolz wendete: Ja, er sei ein »Schwarzkopf«. Der Band durchstreift die Titel und Triumphe des Ballkünstlers. Und er fragt nach den Verhältnissen, die ihn prägten, ebenso wie nach der politischen Haltung, die er bezog. Mit einem Beitrag von André Scheer.

Papyrossa-Verlag, 200 Seiten, 14,90 Euro

Klaus Müller

Arbeitslosigkeit

Woran liegt es, dass Millionen Menschen keinen Job haben? Wollen sie keinen? Fordern sie zu hohe Löhne? Sind sie den Anforderungen des Arbeitsplatzes nicht gewachsen? Ist die Nachfrage nach Gütern zu klein, investieren und produzieren die Unternehmen zuwenig? Oder werden Arbeitskräfte durch moderne, hochproduktive Technik verdrängt? Ist das Phänomen die Folge einer falschen Finanz- und Geldpolitik? Die Arbeitslosen selbst werden geringschätzig behandelt, oft verachtet und als Sozialschmarotzer beschimpft. Klaus Müller setzt sich mit gängigen Erklärungen auseinander, begegnet beliebten Vorurteilen und zeigt, dass die Arbeitslosigkeit eine gewöhnliche Erscheinung des gewöhnlichen Kapitalismus ist.

Papyrossa-Verlag, 126 Seiten, 9,90 Euro

Jörg Goldberg

Ein neuer Kapitalismus

Grundlagen historischer Kapitalismusanalyse

Der 2020 durch Maßnahmen gegen die Coronapandemie ausgelöste weltweite Wirtschaftseinbruch hat die in der Finanzkrise 2008 aufgebrochenen Widersprüche zugespitzt. Zudem erzwingt die Klimakrise eine Anpassung überkommener ökonomischer Strukturen. All das verbindet sich zu einer Krise des neoliberalen Kapitalismus. Goldberg geht der Frage nach, inwieweit Dekarbonisierung und Digitalisierung einerseits und die Ablösung der US-Hegemonie durch eine plurilaterale Weltordnung andererseits Konturen eines neuen Kapitalismustyps zeichnen.

Papyrossa-Verlag, 199 Seiten, 14,90 Euro

Werner Seppmann

Das Elend der Philosophie

Über Louis Althusser

Der französiche Philosoph Louis Althusser (1918–1990) gilt als »Marxismuserneuerer«. Doch hält eine Überprüfung seines Theorieangebots dieser Einschätzung nicht stand. Denn tatsächlich läuft seine Vorgehensweise auf eine konsequente Marxismusentsorgung hinaus. Althusser bedient sich zwar neuartiger, oft »überraschender« Argumentationsmuster, restauriert letztlich jedoch einen traditionellen Dogmatismus. Vor allem aber wird von ihm alles aus dem marxistischen Theoriehorizont entfernt, was für eine kapitalismuskritische Gegenwartsanalyse unverzichtbar ist.

Mangroven-Verlag, 379 Seiten, 27,00 Euro

Jan Rehmann

Postmoderner Links-Nietzscheanismus

Deleuze und Foucault – Eine Dekonstruktion

Jan Rehman analysiert die Nietzsche-Lektüre von Deleuze und Foucault als eine eigene postmoderne Konstruktionsleistung, die auch für linke Intellektuelle in Zeiten politischer Enttäuschung attraktiv werden könnte. Sichtbar wird eine Rezeptionslinie, bei der sowohl die herrenmenschlichen als auch die neureligiösen Dimensionen der nietzscheanischen Philosophie ausgeblendet beziehungsweise einfühlend und entschärft nacherzählt werden.

Mangroven-Verlag, 357 Seiten, 24,00 Euro

Philipp P. Metzger

Wohnkonzerne enteignen!

Wie Deutsche Wohnen und Co ein Grundbedürfnis zu Profit machen

Wer die Veränderungen des Immobilienmarktes verstehen will, darf von der Finanzialisierung der letzten Jahrzehnte nicht schweigen. Philipp P. Metzger analysiert die Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes und den Aufstieg der Wohnimmobilien-AGs, allen voran Deutsche Wohnen und Vonovia. Getrieben vom neoliberalen Irrglauben, dass der Markt alles regeln könne, wurde der soziale Wohnungsbau privatisiert und der Neubau eingestellt. Metzger zeigt, warum die Misere am Wohnungsmarkt kein Zufall ist, sondern eine bewusste politische Entscheidung war – und in welche Richtung eine andere, demokratische und soziale Wohnpolitik gehen müsste.

Mandelbaum-Verlag, 294 Seiten, 17,00 Euro

Klaus Gietinger

Karl Liebknecht oder: Nieder mit dem Krieg, nieder mit der Regierung!

Es ist an der Zeit, Karl Liebknecht wieder aus der Versenkung zu holen. Denn der Mann wird gnadenlos unterschätzt. Kein Linker und keine Linke hat mehr gegen Militarismus, gegen Rüstungskapital und Krieg gekämpft, keiner hat mehr Schützengräben dafür ausheben müssen, und keiner hat den Tag der Revolution besser vorausgesehen.

Karl-Dietz-Verlag Berlin, 200 Seiten, 12,00 Euro

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Zeitung für das Recht auf Wohnen

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