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Ende der Ärztestreiks vor WM?

Nach Einigung über separaten Tarif in Bayern Suche nach bundesweiter Lösung

Der Marburger Bund (MB) hält ein Ende der seit zwölf Wochen andauernden Streiks an Unikliniken und Landeskrankenhäusern vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft für möglich. Das erklärte der Chef der Ärzteorganisation, Frank Ulrich Montgomery, in Bild am Sonntag. Nach einer mit dem Land Bayern am Freitag abend erzielten Grundsatzeinigung hofft der Marburger Bund darauf, daß auch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) Verhandlungen über einen ärztespezifischen Tarifvertrag aufnimmt.

Der bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) – beim Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft ver.di noch einer der Scharfmacher im Arbeitgeberlager – war am Freitag abend vorgeprescht und hatte eine gemeinsame Erklärung mit dem Marburger Bund veröffentlicht, die für die Krankenhausärzte im Freistaat eine Zulage von rund 20 Prozent gegenüber dem Volumen des kürzlich zwischen ver.di und TdL geschlossenen Vertrags vorsieht. Diese Regelung tritt allerdings erst bei einer Einigung auf Bundesebene, für die sich das Land Bayern der Erklärung zufolge einsetzen will, in Kraft. Vertreter der Tarifgemeinschaft reagierten allerdings zunächst ablehnend auf den Vorstoß. TdL-Chef Hartmut Möllring (CDU) verwies gegenüber der Nachrichtenagentur AP am Samstag darauf, daß man mit verdi bereits einen Tarifvertrag mit ärzte­spezifischen Regeln abgeschlossen habe. TdL-Geschäftsführer Ulrich Rieger erklärte kategorisch: »Weitere Zugeständnisse wird es nicht geben.« Dennoch ist für Dienstag nach Angaben beider Seiten ein Telefonat zwischen Möllring und Montgomery geplant.
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Ein Sprecher des Marburger Bundes drohte mit weiteren Arbeitsniederlegungen, falls die Möglichkeit zur Einigung ungenutzt verstreiche. Der für diese Woche geplante Streik in der Münchner Uniklinik werde infolge der Einigung ausgesetzt. Außer in Baden-Württemberg wird der Ausstand in dieser Woche auch in anderen Ländern unterbrochen. »Wir werden Operationen nachholen«, versicherte ein Ärztesprecher. Ganz anders die Lage am Uniklinikum Heidelberg. Hier wurden Patienten ohne akuten Behandlungsbedarf in umliegende Krankenhäuser verlegt. Das Uniklinikum soll mit seinen insgesamt 1000 Betten zu Beginn der WM »so leer wie möglich sein«, so ein Ärztesprecher. (AFP/AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.06.2006, Seite 2, Inland

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