Zum Inhalt der Seite

Satire-Experte Stoiber gegen »Popetown«

Die Proteste gegen »Popetown« gehen weiter. Gegen die geplante deutsche Erstausstrahlung der papstparodistischen Zeichentrickserie am 3. Mai auf MTV verwahrte sich nun auch CSU-Ersatzkanzler Edmund Stoiber. Er halte das »für einen üblen Angriff auf viele Menschen unter dem Deckmantel der Satire«, teilte er dem Focus mit. Praktischer denkt der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen. Er forderte am Donnerstag abend Werbekunden indirekt dazu auf, sich von MTV abzuwenden: »Jene Firmen, die MTV finanziell unterstützen, sind schlecht beraten, wenn sie es zulassen, weiterhin als Sponsoren der Verunglimpfung des christlichen Glaubens betrachtet zu werden«. Dagegen kritisierten die Jungen Liberalen die papistischen Proteste. Ihr Vorsitzender Johannes Vogel erklärte in Bonn, es sei höchst unwahrscheinlich, daß die Kritiker die Sendung schon gesehen haben. Im übrigen sei man für die Pressefreiheit.

(AP/jW)


junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 15.04.2006, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!