Russland: Verlagsleiter wegen Verbreitung von LGBT-Büchern vernommen
Moskau. Wegen der Verbreitung von Büchern mit LGBT-Bezug ist der Leiter des größten russischen Verlagshauses Eksmo am Dienstag nach Unternehmensangaben vernommen worden. Generaldirektor Jewgeni Kapijew und weitere Beschäftigte seien vom russischen Ermittlungskomitee vorgeladen worden, sagte eine Sprecherin des Verlags der Nachrichtenagentur AFP. Das Ermittlungskomitee ist in Russland für die Verfolgung besonders schwerwiegender Straftaten zuständig. Die Vernehmungen seien »im Rahmen eines Strafverfahrens wegen Extremismus im Zusammenhang mit der Verbreitung von Büchern des Verlags Popcorn« erfolgt, sagte die Eksmo-Sprecherin weiter. Popcorn ist eine Untermarke von Eksmo und hat in der Vergangenheit Bücher für junge Erwachsene über Geschlechtsidentität, psychische Gesundheit und Rassismus veröffentlicht. Eksmo wurde 1991 gegründet und veröffentlicht Bücher für Erwachsene und Kinder. Der Verlag wies Berichte staatlicher Medien zurück, in denen es unter Berufung auf nicht genannte Behördenvertreter hieß, die Räume des Verlags seien durchsucht worden. AFP-Reporter sahen am Dienstag am Unternehmenssitz keine Anzeichen für eine Durchsuchung. (jW/AFP)
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