Unter US-Aufsicht: Erstmals gemeinsames Manöver libyscher Bürgerkriegsparteien
Bengasi. In Libyen setzen die Bürgerkriegsparteien ihre Annäherung fort. Erstmals nahmen beide Seiten an einem gemeinsamen Manöver mit den USA teil. Bei der am Dienstag in der Küstenstadt Sirte begonnenen Übung für Spezialkräfte waren sowohl Einheiten der von den UN anerkannten Regierung in Tripolis als auch der Libyschen Nationalarmee (LNA) aus dem Osten des Landes vertreten. Das US-Afrikakommando (Africom) teilte mit, die Übung mit dem Namen »Flintlock« sei ein historischer Meilenstein und unterstütze die Entwicklung hin zu einem vereinten libyschen Militär.
Erst vergangene Woche hatten sich die beiden Bürgerkriegsparteien auf den ersten gemeinsamen Staatshaushalt seit über einem Jahrzehnt geeinigt. Dabei ging es vor allem um die Verteilung der milliardenschweren jährlichen Öleinnahmen. Libyen ist seit 2014 gespalten. Drei Jahre zuvor war der langjährige Staatschef Muammar al-Gaddafi durch einen von NATO-Ländern militärisch unterstützten Aufstand gestürzt worden, was das einst reichste Land in Chaos und Bürgerkrieg stürzte. Faktisch zerfiel das Land in Einflusszonen unterschiedlicher Warlords. Die Kämpfe gipfelten in den Jahren 2019 und 2020, als die in Bengasi ansässige LNA von Militärmachthaber Chalifa Haftar, dem Vater von Saddam Haftar, versuchte, die Hauptstadt Tripolis einzunehmen.
An dem US-geführten Manöver nehmen Truppen aus über 30 Ländern teil. Der stellvertretende LNA-Kommandeur Saddam Haftar erklärte, die Übung bekräftige die Position Libyens als »verlässlicher Partner« bei der Unterstützung des regionalen und internationalen Friedens. (Reuters/jW)
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