Israel wirft Spanien aus Mission zur Überwachung der Gaza-Waffenruhe
Tel Aviv. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Spanien inmitten anhaltender diplomatischer Spannungen aus der US-geführten Mission ausgeschlossen, die die Waffenruhe nach dem Gaza-Krieg überwachen soll. Spanien habe sich »wiederholt« dafür entschieden, sich gegen Israel zu stellen, sagte Netanjahu am Freitag in einer Videobotschaft. »Ich habe heute verfügt, die Vertreter Spaniens aus dem Koordinierungszentrum in Kirjat Gat zu entfernen.«
In dem Ort im Süden Israels überwacht eine von den USA geleitete Mission die im Oktober in Kraft getretene Waffenruhe im Gaza-Krieg. Diplomaten und militärische Vertreter verschiedener Länder beraten dort über die Sicherheitssituation und die humanitäre Lage. Neben Vertretern aus Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten waren auch Vertreter Spaniens vor Ort.
»Ich werde keinem Land erlauben, einen diplomatischen Krieg gegen uns zu führen, ohne dass es einen unmittelbaren Preis dafür zahlt«, sagte Netanjahu mit Blick auf die Entscheidung, Spanien aus der US-geführten Organisation zu werfen. »Diejenigen, die den Staat Israel angreifen, anstatt sich terroristischen Regimen entgegenzustellen, werden keine Partner für uns bei der Gestaltung der Zukunft der Region sein.«
Die Beziehungen zwischen Israel und Spanien sind seit längerem angespannt. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez zählte seit dem Beginn des durch den Hamas-Großangriff auf Israel ausgelösten Gaza-Krieg zu den härtesten Kritikern der israelischen Regierung. Im Mai 2024 erkannte die spanische Regierung offiziell einen eigenständigen palästinensischen Staat an.
Zuletzt stellte sich Sánchez gegen die Angriffe Israels und der USA, mit denen der Iran-Krieg begann. Am Mittwoch erklärte Sánchez in einer Kurznachricht auf X, die »Verachtung des Lebens und des Völkerrechts« durch Premierminister Benjamin Netanjahu sei unerträglich. Am Donnerstag wurde Sánchez von der Stiftung der Vereinten Nationen mit dem »Champion for Global Change Award« ausgezeichnet. (AFP/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Ausland
-
Strategische Unterstützung
vom 11.04.2026 -
Waffenruhe schert Israel nicht
vom 11.04.2026 -
»Temporär« nach Kongo
vom 11.04.2026 -
Abgekartetes Spiel in Benin
vom 11.04.2026
