»Nach langem Schweigen«: Bundesregierung will wieder direkten Kontakt mit Teheran
Berlin. Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz in den vergangenen Monaten wiederholt öffentlich mit Äußerungen über das bevorstehende »Ende« oder die »Beseitigung« des »Regimes in Teheran« aufgetreten war, ändert die Bundesregierung nun ihren Kurs: Sie sucht nach der Vereinbarung einer Waffenruhe im Iran-Krieg wieder das direkte Gespräch mit Teheran. »Nach langem Schweigen, für das es auf unserer Seite schwerwiegende Gründe gab, nehmen wir als Bundesregierung jetzt auch die Gespräche mit Teheran wieder auf«, kündigte Merz am Donnerstag in Berlin an. Dies geschehe in Abstimmung mit den USA und den »europäischen Partnern«.
»Unser Ziel ist, auf diesem Weg auch einen eigenen Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zu leisten«, sagte der Kanzler mit Blick auf die bevorstehenden Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Er werde dazu heute noch mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif telefonieren. Die Bundesregierung werde den diplomatischen Prozess »wie und wo immer möglich« weiter unterstützen, sagte Merz. »Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, einen Frieden zu stabilisieren, wenn er denn gelingt«, so Merz weiter. Deutschland habe an einem Erfolg der diplomatischen Bemühungen ein fundamentales Interesse. Von einem solchen Erfolg hänge »nicht nur die Stabilität der Region ab, es hängt auch davon ab die Entwicklung der Weltwirtschaft und nicht zuletzt die Entwicklung auch unserer eigenen Wirtschaft«. (dpa/jW)
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