Ukraine: Sorge um Kononowitsch-Brüder
Kiew. Am Montag haben die ukrainischen Kommunisten Michail und Alexander Kononowitsch in einem Post auf X bekanntgegeben, dass ihnen in der Polizeistation ohne Gerichtsentscheidung die elektronischen Fesseln abgenommen worden seien. Bis zum nächsten Gerichtstermin, der für den 25. März angesetzt ist, seien sie keiner Behörde des Landes zugeordnet und befürchteten daher »eine Tragödie«. Die Brüder schrieben: »Wir denken, dass wir irgendwo im Rekrutierungsbüro verschwinden, man uns auf einem Übungsplatz ermordet. Liebe Genossen, bitte seid in diesen angespannten Tagen wachsam! Wir haben Informationen, dass das Selenskij-Regime eine weitere Anklage nach Artikel 111 (Landesverrat, lebenslängliche Haft) gegen uns vorbereitet, man könnte uns in Gefängnis bringen. Es kann alles Mögliche geschehen, das Selenskij-Regime wird zu allem greifen, sogar zum Mord.«
Die beiden bekannten ukrainischen Kommunisten waren zuletzt 2025 wegen »Wehrdienstverweigerung« festgenommen worden. Bereits drei Jahre zuvor, im März 2022, waren sie vom ukrainischen Sicherheitsdienst (SBU) verhaftet und anschließend wegen »Handlungen, die auf die Ergreifung der Staatsgewalt abzielen« sowie der Verbreitung von »Materialien, die zum gewaltsamen Umsturz der Regierung aufrufen« verhaftet und angeklagt worden. Nach Protesten linker Parteien vor ukrainischen Botschaften in ganz Europa wurden sie vom Gefängnis in den Hausarrest verlegt.
Die beiden Brüder sind Mitglied des Antifaschistischen Komitees der Ukraine (AKFU), das der verbotenen kommunistischen Partei des Landes nahestand. Michail Kononowitsch war zudem Generalsekretär des Jugendverbandes der KPU, abgekürzt Komsomol. KPU und Komsomol wurden 2015 verboten und 2022 wegen ihrer Haltung zum Ukraine-Krieg von der Kiewer Regierung endgültig zerschlagen.
Zum Tag der politischen Gefangenen hat die Kommunistische Organisation nun für den 18. März um 16 Uhr vor dem Ukrainischen Konsulat in Frankfurt am Main eine Kundgebung angekündigt. (jW)
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