Im Reich der Mitte
Von René Hamann
Nach dem Turnier ist vor dem Turnier. Das WTT Feeder in Düsseldorf, ein international besetztes Tischtennisturnier der vierten Kategorie, ging gerade erst zu Ende, da sind die ersten Deutschen schon wieder im »Reich der Mitte« gelandet, um in Chongqing ein WTT Champions zu spielen.
Aber der Reihe nach: Der »Feeder« bot fast schon traditionsgemäß besonders dem deutschen Nachwuchs die Chance, sich auf internationalem Parkett zu präsentieren. Das Ergebnis muss man als okay bezeichnen, in die Siegerliste schaffte es leider kein Vertreter des DTTB. Annett Kaufmann beispielsweise, die sogar an eins gesetzt war, schied bereits in der ersten Runde aus. Gegen die junge japanische Abwehrspielerin Yuka Kaneyoshi hatte sie keine Chance, sie gewann nicht einen Satz. Blamabel, könnte man meinen – doch am Ende hatte Kaufmann gegen die Turniersiegerin verloren, die in Deutschland beim TTC Berlin Eastside spielt. Im Finale hatte Anna Hursey aus Wales, neben Kaufmann die andere junge Hoffnung aus Europa, ebenso keine Chance gegen Kaneyoshi.
Bei den Männern gewann Adrien Rassenfosse, ebenfalls Bundesligist, im Finale gegen Filip Zeljko aus Kroatien. Ricardo Walther schaffte es immerhin ins Halbfinale, wo er dann am Belgier scheiterte, auch Andre Breitenreiter war gegen Rassenfosse ausgeschieden, im Viertelfinale. Die Doppel gingen nach Japan (Herren), Taiwan (Damen) und überraschenderweise nach England: Im Mixed gewann mit Tin-Tin Ho und Connor Green ein englisches Duo.
Von Atmosphäre und Publikumszuspruch war das Turnier vielleicht eine leichte Enttäuschung. Im Herbst findet noch ein zweiter Feeder in Düsseldorf statt, im Sommer startet erstmals ein solches Turnier in Berlin. Kann sein, dass die Hauptstadt ein interessierteres Publikum anzieht.
Derweil geht es wie gesagt in Chongqing weiter. Die Deutschen sind dort überaus präsent – nur Annett Kaufmann, die es noch nicht in den höheren Zirkel geschafft hat, muss pausieren. Ying Han (die schon wieder gegen Zhu Yuling antreten muss) und Sabine Winter (eher leichtes Los), inzwischen bereits die Nummer elf der Welt, treten bei den Damen an; Patrick Franziska (gegen Alexis Lebrun) und Dang Qiu (gegen Manav Thakkar) bei den Männern. Franziska hat das schwerere Spiel, hat aber zuletzt in Singapur überzeugt, während bei Dang Qiu der gute, alte Schwankungsgrad zurückgekehrt ist. Schauen wir, wie sie sich schlagen werden. Die Team-WM ist nicht mehr weit.
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