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Aus: Ausgabe vom 09.03.2026, Seite 3 / Abgeschrieben

Kommunisten in stolzer feministischer Tradition

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Der DGB Berlin-Brandenburg positioniert sich in einer Presseerklärung vom Sonntag zum Internationalen Frauentag:

»Als Gewerkschaften kämpfen wir dafür, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben – im Job wie im Privatleben«, betont die Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg Katja Karger in ihrer Rede bei der Auftaktkundgebung. »Vieles, was heute selbstverständlich erscheint, haben Frauen – viele von ihnen Gewerkschafterinnen – hart erkämpft: Frauenwahlrecht, Mutterschutz, Achtstundentag, Lohnfortzahlung bei Krankheit zum Beispiel. Doch gerade erleben wir, wie aus den Reihen von Wirtschaft und Politik diese Errungenschaften massiv angegriffen werden«, warnt Karger mit Blick auf die aktuellen Debatten um Karenztage bei Krankschreibungen, Abschaffung des Arbeitszeitgesetzes und »Lifestyle-Teilzeit«.

Der DGB kritisiert die Pläne der Bundesregierung, den Achtstundentag abzuschaffen. »Das wäre ein fataler Rückschritt auf Kosten der Beschäftigten, familienfeindlich und gesundheitsgefährdend. Wer so etwas fordert, der hat keine Ahnung von der Lebensrealität von Menschen mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen. Beschäftigte brauchen mehr Vereinbarkeit, nicht maximale Verfügbarkeit für den Arbeitgeber«, betont die Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg Katja Karger in ihrer Rede.

»Die Angriffe auf den Sozialstaat sind Angriffe auf uns alle. Allerdings tragen insbesondere die Frauen die Auswirkungen dieses neoliberal-konservativen Rollbacks. Statt Vollzeitpflicht und 13-Stunden-Schichten brauchen wir eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit, verlässliche Kinderbetreuung und bessere Unterstützung für pflegende Angehörige.« (…)

Die KPÖ macht in einer Erklärung vom Sonntag auf die Rolle der Kommunisten im Kampf um die Gleichstellung der Frauen aufmerksam:

(…) »Gleiche Rechte auf dem Papier bedeuten noch lange keine echte Gleichstellung«, sagt Sophie Apfler von der KPÖ. »Frauen leisten weiterhin den Großteil der Haus- und Sorgearbeit und tragen gleichzeitig die Last der Lohnarbeit. Sie arbeiten oft mehr als Männer, verdienen aber deutlich weniger. Diese Ungleichheit ist kein Zufall, sondern Ergebnis eines Systems, das von der unbezahlten Arbeit von Frauen lebt.«

Besonders hart trifft diese Realität alleinerziehende Frauen. »Alleinerziehende stemmen Kindererziehung, Erwerbsarbeit und Haushalt oft alleine und sind gleichzeitig überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen«, so Apfler. (…)

Darüber hinaus weist die KPÖ auf strukturelle Ungleichheiten in vielen Bereichen der Gesellschaft hin. »Unsere Gesellschaft ist noch immer auf den männlichen Standard ausgerichtet. In der Medizin werden Medikamente und Behandlungen lange Zeit vor allem an männlichen Körpern erforscht, in der Stadtplanung werden Wege und Infrastruktur oft an männlichen Erwerbsbiographien orientiert. Die Lebensrealitäten von Frauen – und besonders von Müttern – werden systematisch übersehen«, erklärt Apfler. (…)

»Als Kommunist:innen stehen wir in einer stolzen feministischen Tradition. Die kommunistische Bewegung hat den Kampf für ein Wirtschaftssystem, das sich an den Bedürfnissen aller orientiert statt an den Profiten weniger, immer mit dem Kampf für die Gleichstellung von Frauen verbunden – im Haushalt, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft«, so Apfler abschließend. (…)

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