Pädagogin des Tages: Melania Trump
Von Ina Sembdner
Frieden durch Krieg, äh … Frieg durch Krieden … ach, »Frieden durch Bildung« natürlich – Herzensangelegenheit von Melania Trump, ihres Zeichens First Lady der USA. Normalerweise kümmert sie sich darum, Barron unter Ausschluss aller Freuden des Lebens in die Spur seines Vaters zu schicken. Am Montag durfte sie auch mal große Politik spielen, und zwar als Leiterin des UN-Sicherheitsrats zu den Themen Technologie, Bildung, Frieden und Sicherheit. Ihr Augenmerk auf Bildung ist aller Ehren wert – wäre da nur nicht dieser zeitlich wirklich unpassende Angriffskrieg (auf Schulen, Spielplätze, Wohnhäuser) ihres Mannes und seines … ja, man weiß es nicht … Blackmailers? Busenfreunds? Partners in Crime? …, der einem die ganze Show versemmelt.
Aber Melania wäre nicht Melania, wenn ihre Contenance sie nicht auch durch dieses Ungemach brächte. Also 176 getötete Kinder und Jugendliche allein im Iran seit Sonnabend früh – Schwamm drüber und weiter im Text: Die Mitglieder des Rates sollten »sich zum Schutz des Lernens verpflichten (…), um eine zukünftige Generation von Führungskräften aufzubauen, die sich durch Bildung für den Frieden einsetzen«. Es sei jetzt an der Zeit, »dass unsere Generation unsere Kinder durch den Zugang zu Weisheit über Ideologien erhebt«. Darum hängt am US-Bildungsministerium seit ein paar Tagen wohl auch ein Konterfei des Evangelikalenfürsten Charlie Kirk, ein Affront nicht nur gegen Booker T. Washington und Catherine Beecher nebenan. Offizielle Stellungnahme: Man sei »stolz darauf, visionäre Führungspersönlichkeiten zu ehren, deren Beiträge die Zukunft der Bildung für Generationen geprägt haben«.
Die kognitive Dissonanz Trumps erlebte ihren Höhepunkt wiederum mit dem Einwurf, dass die USA »allen Kindern auf der ganzen Welt zur Seite« stünden. »Ich hoffe, dass ihr bald Frieden finden werdet.« Wir auch: Frieden vor dieser Epstein-Clique.
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