Das andere Bayern: Ehrung von Kurt Eisner in München
Der Kulturverein »Das andere Bayern« informierte am Sonnabend über eine Ehrung des vor 107 Jahren ermordeten sozialistischen Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern Kurt Eisner:
Heute, Sonnabend, den 21. Februar 2026, legten dreißig Personen mit dem Kulturverein »Das andere Bayern« und dem Kurt-Eisner-Verein in München Kränze nieder für Kurt Eisner, den Gründer und ersten Ministerpräsidenten des Freistaat Bayern. (Kurt Eisner wurde von dem rechtsextremen adligen Kriminellen Arco vor 107 Jahren in der Straße ermordet, die immer noch dem Demokratiefeind Faulhaber gewidmet ist.) (…)
Angesichts der aktuellen Bedrohungen durch Militaristen und Rechtsextremisten halten wir es für dringend geboten, die Erinnerung an den Pazifisten und sozialistischen Demokraten Kurt Eisner wach zu halten! (…)
Einer Urenkelin von Kurt Eisner, in deren Besitz seine Schreibmaschine war, hatten wir empfohlen, sie dem Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg anzubieten. Das war erfolgreich und Direktor Loibl freut sich über das Geschenk und bestätigt, dass Kurt Eisner 1918 den Freistaat Bayern begründete und die Adels- und Militärdiktatur beendete! Vielleicht dringt das sogar durch bis in die Bayerische Staatskanzlei und in die CSU und in die Landeshauptstadt München, und vielleicht könnte das auch ein Schritt sein zur Benennung des Platzes hinterm Münchner Rathaus in Kurt-Eisner-Platz?
Drei Enkel Kurt Eisners schrieben uns: »Was in uns eine große Empörung auslöst, ist, dass das Bodendenkmal für Kurt Eisner mit Füßen getreten wird! Hier an diesem Platz wurde er ermordet! Das ist der Mordplatz! Wir schlagen deshalb vor, die Gedenkplatte aufzustellen! Mit gutem Willen ist das sicher möglich.« Gemeinsam schlagen wir nun vor, die Bodenplatte mit den Umrissen des Ermordeten, die kaum beachtet wird und als Fußabstreifer dient, aufzustellen und mit dem Wort »Freistaat« zu berichtigen. Das darf dann gerne als Aufstand für Freiheit und Demokratie verstanden werden.
Die »Organisierte Autonomie« berichtete am Sonnabend über ihre Demonstration gegen eine Waffenmesse in Nürnberg:
Am Sonnabend, dem 21.02.2026, folgten knapp 500 Menschen dem Aufruf der »Organisierten Autonomie« zu einer Demonstration gegen die Kriegs- und Waffenmesse »Enforce Tac« in Nürnberg. Die Veranstaltung wurde von einem breiten Bündnis aus über 40 Organisationen getragen – teils über Nürnberg hinaus.
Die Organisatoren verbuchen den Auftakt zu den Protesten gegen die Messe als Erfolg. »Bisher ging die Messe viel zu lautlos über die Bühne. Unser Ziel war es, die Nürnberger darüber zu informieren, was in ihrer Stadt passiert, und die Messe in die öffentliche Debatte zu bringen, von der sie sich so vehement versucht, abzuschirmen«, meint Yuri Hofer, Pressesprecher der »Organisierten Autonomie«. (…)
Auffällig war auch der Zuspruch von Passanten und Autofahrern am Rande des Demonstrationsgeschehens. Yuri Hofer dazu: »Wir glauben, dass es eine zunehmende Polarisierung gibt und immer weniger Menschen bereit sind, die Kriegspropaganda mitzutragen und vor allem nicht die Konsequenzen dieser militarisierten Politik – sei es in Form von Kürzungspolitik oder aber den eigenen Körper, den der Kinder oder Enkelkinder dieser Eskalationspolitik auszuliefern.«
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