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Aus: Ausgabe vom 19.02.2026, Seite 3 / Ansichten

Alfred Tetzlaff des Tages: Jens Spahn

Von Felix Bartels
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Zählt gerade seine Studienjahre durch: Jens Spahn

Wer beim Defizit an die Erhöhung von Einnahmen denkt, hat bei der Union nichts zu suchen. Der Staat ist nicht einfach Machtinstrument herrschender Klassen, es gibt vielmehr eine Deckung der Interessen. Was gut ist fürs Kapital, ist auch gut für den Standort. Daher lässt man von Steuererhöhung lieber die Finger und redet noch lieber von denen, die nur kosten. Wer vor allem kostet, weiß man bei der Union auch: Studenten.

Die Rente müsse strikt an die Entwicklung der Einnahmen geknüpft werden, findet Jens Spar. Ja ja, der Mann heißt Spahn, aber diesen Kalauer hat er sich selbst eingehandelt. Der Chef der Unionsfraktion verriet der Augsburger Allgemeinen, was konkret er im Sinn hat. Die »Lebensarbeitszeit berücksichtigt, wie viele Jahre jemand tatsächlich gearbeitet hat«, es müsse »einen Unterschied machen, ob ich mit 18 Geselle geworden bin (…) oder bis 28 studiert habe«. Der kleine Mann springt vom Stuhl, 50 Jahre hat er die Eierköppe durchgeschleppt, deren Studium er, wenns denn hätte sein müssen, auf einer Arschbacke mit abgesessen hätte.

Ressentiments befreien. Vom Hinsehen vor allem. In der Tat wird Studienzeit in der Rente berücksichtigt, für maximal acht Jahre jedoch. Spahns 28 sind also schon mal übertrieben. Die Regelstudienzeit eines Mediziners liegt bei sechs Jahren, Juristen studieren fünf Jahre, Psychologen und Physiker ebenfalls. Dass Studieren länger dauert als Ausbildung, liegt daran, dass es komplizierter ist. Zudem wird das Studium im Gegensatz zur Ausbildung nicht in die Berufsarbeit integriert. Man könnte ebenso gut sagen, dass Studenten benachteiligt werden, weil ihre Ausbildung – als notwendige Voraussetzung, also Teil der Berufsarbeit – unbezahlt bleibt. Spahn allein reicht das noch nicht. Er möchte Studierte mittels Rentenkürzung ein zweites Mal benachteiligen.

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