»Enforce Tac schließen – Gegen die Kriegsmesse in Nürnberg!«
Die Organisierte Autonomie Nürnberg erklärt in einer Mitteilung von Sonntag abend ihren Protest gegen die »Sicherheitsmesse« Enforce Tac:
Anlässlich der Nürnberger »Sicherheitsmesse« Enforce Tac wird am Samstag, den 21. Februar 2026 um 14.00 Uhr eine überregional mobilisierte Gegendemonstration stattfinden. Das Motto des Protests lautet: »Enforce Tac schließen – Gegen die Kriegsmesse in Nürnberg! Ungehorsam jetzt! Zusammen kämpfen gegen Waffenhandel, Aufrüstung und Krieg!« Die Demonstration ist initiiert von der Organisierten Autonomie Nürnberg, und der Aufruf wird von einem Bündnis von 40 Gruppen, Organisationen und Parteien getragen. Die Demonstration beginnt um 14 Uhr in der Gostenhofer Hauptstraße, Ecke Plärrer, die Route führt durch die Innenstadt mit einer Zwischenkundgebung am Kornmarkt bis zum Sebalder Platz gegenüber dem Rathaus und endet dort.
Auf der seit 2011 stattfindenden Messe »Enforce Tac« werden in diesem Jahr vom 23. bis zum 25. Februar 2026 über 1.000 Aussteller erwartet. Über die letzten Jahre wurde die »Enforce Tac« zu einer zentralen Messe der europäischen Rüstungswirtschaft und der europäischen und internationalen Aufrüstung. Nicht nur deutsche Konzerne wie Rheinmetall, Heckler und Koch, der lokale Rüstungskonzern Diehl oder das israelische Unternehmen Elbit Systems sind vor Ort vertreten, sondern ebenso Vertreter verschiedener internationaler Behörden, wie Polizeien, Militärs und der NATO-Staaten. Pressesprecher der »Organisierten Autonomie« Yuri Hofer zur Entwicklung der Enforce Tac: »Nach Entstehen der Messe wurden hier anfänglich in erster Linie Waffen und Ausrüstung für nach innen gerichtete Aufrüstung staatlicher Repressionsorgane angeboten. Was klein begann, ist zu einem Megaevent des Waffenhandels für sogenannte innere wie äußere Sicherheit mutiert.«
Diesjähriger Schirmherr der Messe Enforce Tac ist Bundeskanzler Friedrich Merz. Yuri Hofer kommentiert die Rolle von Merz: »Die wachsende Bedeutung der Enforce Tac als größte Messe ihrer Art in der BRD unterstreicht der neu gewonnene Schirmherr für das militaristische Verkaufsspektakel, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Der ehemalige Black-Rock-Manager übernimmt persönlich, macht sein Amt zum Aushängeschild und wird bei der Enforce Tac Galionsfigur der Rüstungsproduzenten und Waffenhändler. Dem wollen wir uns in Nürnberg, der selbsterklärten Stadt der Menschenrechte und des Friedens, entschieden entgegenstellen und den Protest in die Stadtgesellschaft tragen.«
Die Stadt Nürnberg ist gemeinsam mit dem Land Bayern Mehrheitseigner der Nürnberg Messe GmbH, die ihre Infrastruktur der Enforce Tac vermietet. Yuri Hofer: »Oberbürgermeister König und die politische Führung der Stadt Nürnberg begrüßen die Messe ausdrücklich mit der Begründung, dies sei eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Nürnberg.« Yuri Hofer weiter: »Die Stadt Nürnberg (…) profitiert über die Mieteinnahmen von den kriegerischen Auswirkungen der imperialistischen Verhältnisse.«
Während des Messezeitraums selbst sind weitere Protesaktionen am Messegelände geplant, so eine Kundgebung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) am 23. Februar um 16 Uhr, eine weitere Kundgebung des Bündnisses »Enforce Tac absagen« am 24. Februar um 16 Uhr sowie eine weitere Aktion der Gruppen »Prolos« und »Pension Ost« am 25. Februar ab 14 Uhr.
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