GDL: Bahn plant in Frachtsparte radikalen Personalabbau
Berlin. Die Deutsche Bahn plant nach Angaben der Lokführergewerkschaft GDL einen massiven Stellenabbau bei der Frachttochter DB Cargo. »Es gab hier schon einen radikalen Personalabbau, und die neue Botschaft ist, noch einmal 8.000 Stellen abbauen zu wollen«, sagte GDL-Chef Mario Reiß am Mittwoch in Berlin gegenüber Journalisten. Das Unternehmen könne nicht mit Zugeständnissen der GDL in den laufenden Bahn-Tarifverhandlungen gerettet werden.
Die Bahn widersprach der Aussage von Reiß. Ein Sprecher der Bahn sagte auf Anfrage, die Größenordnung von 8.000 Stellen sei falsch. »Der Entwurf eines tragfähigen Sanierungsgutachtens für die DB Cargo ist derzeit in der Entscheidungsphase.« Zunächst müssten Vorstand und Aufsichtsrat von Tochter und Holding sowie der Bund als Eigentümer darüber beraten und einen Beschluss fassen. »Danach beginnen Verhandlungen mit der Interessenvertretung zur konkreten Umsetzung. Diesen Schritten können wir nicht vorgreifen.«
DB Cargo hatte Ende 2024 knapp 17.000 Mitarbeiter. Die Zahl dürfte 2025 aber um einige Tausend gesunken sein. Details werden mit Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2025 erwartet. Die Bahn bietet Cargo-Mitarbeitern in der Regel einen anderen Job innerhalb des Konzerns an. Auf Druck der EU-Kommission, die übermäßige staatliche Subventionen bemängelt, ist DB Cargo verpflichtet, bis Ende 2026 profitabel zu werden. Dann darf der Mutterkonzern die Verluste der Tochter nicht mehr ausgleichen.
Die Frachtsparte der Bahn transportierte im ersten Halbjahr 2025 zehn Prozent weniger Güter, der Umsatz sank um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der operative Verlust verbesserte sich auf 96 Millionen Euro. Im Güterbereich bestreiten Konkurrenzunternehmen der Bahn bereits rund 60 Prozent des Geschäfts in Deutschland. (Reuters/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Inland
-
Was stört Sie an der »Sicherheitskonferenz«?
vom 12.02.2026 -
Rücktritt mit Rückendeckung
vom 12.02.2026 -
Vorbereitung zum »Rassenkrieg«
vom 12.02.2026 -
Extraprofite für Netzbetreiber
vom 12.02.2026 -
Kostenfaktor Inklusion
vom 12.02.2026