Gemeinschaftsprojekt mit Nvidia: Telekom nimmt KI-Fabrik in Betrieb
München. Die Deutsche Telekom hat ihre erste große KI-Fabrik in München in Betrieb genommen. Das Gemeinschaftsprojekt mit dem US-Chipkonzern Nvidia und Europas größten Softwarekonzern SAP war mit einer Investition von über einer Milliarde Euro auf dem Weg gebracht worden. »Wir beweisen hier, dass Europa auch Künstliche Intelligenz kann«, sagte Konzernchef Timotheus Höttges.
Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) nannte das Großprojekt als ein Beispiel dafür, dass inzwischen in Deutschland auch die privaten Investitionen angelaufen seien. »Hier wurde ein wichtiger Pflock für das deutsche und europäische KI-Ökosystem gesetzt«. Davon profitierten nicht nur innovative Unternehmen, das Projekt stärke auch die digitale Souveränität. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, Deutschland könne und wolle sich nicht von den Amerikanern komplett abkoppeln. »Auch bei mancher kleinen verbalen Irritation im transatlantischen Verhältnis ist und bleibt Amerika für uns in vielen Punkten der entscheidende Partner. Aber wir können eigene Akzente setzen.«
Für das große Rechenzentrum wurden 10.000 Grafikprozessoren von Nvidia angeschafft, die vor allem KI-Anfragen aus Unternehmen in der Umgebung bearbeiten sollen. Gemeinsam mit dem Softwarekonzern SAP stellt die Telekom einen sogenannten Deutschland-Stack bereit. Dieser besteht aus Anwendungen Künstlicher Intelligenz, bei denen die Daten besonders stark gesichert werden.
Zu den ersten Kunden und Partnern gehören unter anderem die Siemens AG sowie Agile Robots, ein führendes deutsches Hightech-Unternehmen, das sich auf KI-gesteuerte Automatisierungslösungen und intelligente Robotik spezialisiert hat. Weiterhin kooperiert die Telekom mit dem KI-Anbieter Perplexity. Beim Start dabei sei auch das Unternehmen PhysicsX, das sich auf technische Simulation spezialisiert habe, um die Entwicklungszeit von Produkten und Produktteilen verkürzen. Die KI-Fabrik ist mit den bisherigen Kunden über ein Drittel ausgelastet.
Das Rechenzentrum wird nach Angaben der Telekom vollständig aus erneuerbaren Energien betrieben. Die Abwärme werde in Zukunft das gesamte Quartier mit Wärme versorgen. Das Kühlkonzept setze auf Kühlung des Rechenzentrums durch Wasser des nahegelegenen Eisbaches. (dpa/jW)
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