Sheinbaum: US-Maßnahmen können zu »humanitärer Krise« in Kuba führen
Mexiko-Stadt. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hat angesichts von Drohungen der USA gegen Staaten, die Erdöl an Kuba liefern, vor einer humanitären Krise auf der Insel gewarnt. Die Erhebung weiterer Zölle könne »eine weitreichende humanitäre Krise auslösen, die Krankenhäuser, die Lebensmittelversorgung und andere grundlegende Dienstleistungen für die kubanische Bevölkerung betrifft«, sagte Sheinbaum am Freitag. Mexiko ist neben Venezuela ein wichtiger Öllieferant für Kuba. US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag ein Dekret unterzeichnet, mit dem er Staaten, die Erdöl an Kuba liefern, mit zusätzlichen Zöllen drohte. Seit der Entführung des venezolanischen Staatschefs Nicolas Maduro durch das US-Militär macht Trump keinen Hehl daraus, dass er auch das seit Jahrzehnten einer Wirtschaftsblockade unterworfene Kuba ins Visier nimmt. Mitte Januar schrieb Trump, es werde kein weiteres Öl oder Geld aus Venezuela nach Kuba gehen. Er rate der Karibikinsel »dringend, einen Deal abzuschließen, bevor es zu spät ist«. Kuba befindet sich derzeit in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Wegfall seiner sozialistischen Partnerländer in Europa. Seit Ende 2024 gab es fünf landesweite Stromausfälle, die teilweise mehrere Tage dauerten. Fast täglich haben die Menschen zudem mit kürzeren Blackouts zu kämpfen, die mitunter auch mehr als 20 Stunden dauern. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel kritisierte Trumps Zolldrohung am Freitag scharf. »Unter einem falschen und unbegründeten Vorwand will Trump die kubanische Wirtschaft ersticken, indem er Zölle gegen Länder verhängt, die souverän Ölhandel mit Kuba betreiben«, erklärte er im Onlinedienst X. Diese Maßnahme offenbare »den faschistischen, kriminellen und völkermörderischen Charakter einer Clique, die die Interessen des amerikanischen Volks für ihre persönlichen Zwecke« missbrauche, fügte der kubanische Präsident hinzu. (AFP/jW)
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