Aktivität auf Planet Merkur
Bern. Lange Zeit galt der Merkur als ein »toter« Planet. Da er von den Planeten unseres Systems der Sonne am nächsten ist, herrschen dort nicht nur extreme Temperaturschwankungen (von rund 430 Grad Celsius am Tag kühlt es nachts auf etwa minus 170 Grad Celsius ab), sondern es findet auch keine geochemische Aktivität mehr statt – so dachte man zumindest bis 2012. In dem Jahr entdeckte die Raumsonde »Messenger« bei Messungen Wassereis in Kratern am Nordpol des Merkurs. Ein Team um Valentin Bickel von der Universität Bern hat nun ein anderes Phänomen untersucht, das auf geochemische Aktivitäten hinweist, die sogenannten Lineae. Dabei handelt es sich um Aufnahmen von hellen Streifen auf dem Planeten. Mit Hilfe von KI werteten sie etwa 100.000 hochaufgelöste Bilder aus. Dabei zeigte sich, dass die Linneae an den Hängen von Kratern auftraten, die meisten davon dem Äquator zugewandt. Die Wissenschaftler halten die Streifen für Ausgasungen von Elementen wie Schwefel, die am Tag in der auf Merkur herrschenden Hitze verdampfen. »Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Merkur nicht nur eine bewegte Vergangenheit hat, sondern auch heute noch Veränderungen unterworfen ist«, so Bickel laut der Wissenschaftsplattform Scinexx. (jW)
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