Kritik an ICE-Einsatz bei Olympia in Italien
Mailand. Der geplante Einsatz von US-Beamten der Abschiebebehörde ICE bei den Olympischen Winterspielen hat in Italien für Empörung gesorgt. Ein Vertreter der US-Botschaft bestätigte am Dienstag Medienberichte, wonach Mitarbeiter der Abteilung Homeland Security Investigations (HSI) die US-Delegation begleiten sollen. HSI war bereits bei großen Sportereignissen im In- und Ausland, auch bei Olympischen Spielen im Einsatz. Angesichts der Massendeportationen und der durch ICE-Agenten ermordeten US-Staatsbürger hat die Bundesbehörde im vergangenen Jahr international einen schlechten Ruf erlangt.
Die italienische Gewerkschaft USB hat für den Tag der Eröffnungsfeier am 6. Februar eine Demonstration im Zentrum von Mailand unter dem Motto »ICE OUT« angekündigt. Der Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala bezeichnete ICE im Sender RTL 102.5 als eine »Miliz, die tötet« und in Mailand nicht willkommen sei. Maurizio Lupi, ein Koalitionspartner der ultrarechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, nannte das Vorhaben im Gespräch mit der Zeitung La Repubblica »reine Idiotie«. Außenminister Antonio Tajani spielte die Angelegenheit am Rande einer Holocaust-Gedenkveranstaltung hingegen herunter: »Es ist nicht so, als ob die SS käme.« (Reuters/jW)
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