Gegründet 1947 Donnerstag, 12. März 2026, Nr. 60
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Aus: Ausgabe vom 26.01.2026, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Schlaf tief

Die Ringe der Macht 01/06 | Fr., 23.45 Uhr, ZDF Neo
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Pseudodeepes Gelaber gibt es auch: Nicht der Zauberer findet seinen Stab, der Stab findet ihn

A thing to fool them all. Inszenierung: Kitsch, Charaktere: disparat, Handlung: umfassendes Plothole. Im »Silmarillion« hat Tolkien das zweite Zeitalter skizziert. Der Stoff lag also schon da, man musste ihn nur entfalten. Die Macher, wie oft, wussten es besser. Das wenige an Spannung ergibt sich aus dem Rätsel, wer Gandalf und wer Sauron ist. Beim Auftritt Tom Bombadils wird wenigstens das Herz warm: »Eat earth, dig deep, drink water, go to sleep.« Doch auch Tom ist nicht Tom, jene rätselhaft entrückte Figur zwischen den Mächten und zugleich darüber, Verkörperung urwüchsiger Humanität, der Einsicht mithin, dass ganz menschlich nur bleiben kann, wer sich dem Menschlichen entzieht. »Eldest, that’s what I am. Mark my words: Tom was here before the river and the trees, Tom remembers the first raindrop and the first acorn.« Dieser Tom, über den der Ring keine Macht hat, dem die Gefahr dieser Macht aber auch gleich scheint, hat mit dem Gandalf coachenden Tom der Serie nichts zu schaffen. (fb)

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