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Aus: Ausgabe vom 24.01.2026, Seite 15 / Geschichte
Chronik

Anno … 5. Woche

1896, 28. Januar: Weil er in seinem Benz mit rund 13 Kilometern pro Stunde ganze zehn über dem Tempolimit auf einer Straße nahe Paddock Wood fährt, geht der britische Fahrzeughändler Walter Arnold als erster verurteilter Raser in die Geschichte ein. Eine Strafe zahlen muss er zudem für die Bedienung eines »pferdelosen Wagens« an sich, die Bedienung mit weniger als drei Personen und fehlender Beschilderung. Bald darauf werden die Straßenverkehrsvorschriften überarbeitet und dem neuen Verkehrsmittel Automobil angepasst.

1936, 28. Januar: In der so­wjetischen Tageszeitung Prawda erscheint der Artikel »Chaos statt Musik«, der der Oper »Lady Macbeth von Mzensk« des Komponisten Dmitri Schostakowitsch vorwirft, »ein linkes Chaos statt einer echten, menschlichen Musik« zu sein. Solch »kleinbürgerliche Neuerungssucht« desavouiere den sozialistischen Realismus. Die Oper, die sich großer Beliebtheit erfreute, wird daraufhin nicht mehr aufgeführt.

1956, 30. Januar: Einen Monat nach dem Busboykott von Montgomery der schwarzen Bürgerrechtsbewegung verüben Unbekannte einen Bombenanschlag auf Martin Luther King Jr. Bei der Explosion wird das Pfarrhaus, in dem King lebt, teilweise zerstört. Er selbst, seine Frau Coretta, seine siebenjährige Tochter Yolanda bleiben unverletzt. Niemand wird für den Anschlag verfolgt oder verurteilt.

1986, 26. Januar: Ugandas Präsident Tito Okello, ein General, der mit der britischen Kolonialherrschaft kollaboriert und nur sechs Monate zuvor gegen seinen Vorgänger Milton Obote geputscht hatte, wird samt seiner Regierung von der National Resistance Army gestürzt. Deren Anführer, Yoweri Museveni, regiert Uganda heute in seiner siebten Amtszeit. Seine ursprünglich auch am Marxismus orientierte Partei, das National Resistance Movement, vertritt inzwischen ein rechtskonservatives, wirtschaftsliberales Programm.

2006, 31. Januar: 200 Postangestellte eines Depots in Belfast, der Hauptstadt Nordirlands, starten unter dem Eindruck andauernder Schikanen durch das Management einen wilden Streik. In Windeseile breitet dieser sich auf andere Depots aus, so dass die Zustellung in der Stadt fast vollständig zum Erliegen kommt. Am 17. Februar stimmen die streikenden Beschäftigten für die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz, nachdem die Geschäftsführung den zentralen Forderungen zugestimmt hat, darunter: das Ende der Schikanen und die Abschaffung eines Streikverbots für zwölf Monate.

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