Gegründet 1947 Sa. / So., 17. / 18. Januar 2026, Nr. 14
Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 17.01.2026, Seite 3 / Ansichten

Sozialleistungsbewerber des Tages: Sven Schulze

Von Arnold Schölzel
3_portrait.jpg

Sven Schulze soll am 28. Januar Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt werden und bei der Landtagswahl am 6. September das Bundesland, die CDU und die Menschheit vor der AfD retten. Problem: Ihn kennt keiner. Wie Sachsen-Anhalt. Kaum war er am Dienstag zum Kronprinzen ausgerufen, äußerte der bayerische König Länderfusionsgelüste, was Schulze auffahren ließ: »Es wird bei uns kein Bundesland Mitteldeutschland geben.« Hatte Söder, der Sachsen-Anhalt auch nicht kennt, nicht gesagt. Aber in der Feld-, Sumpf- und Wiesengegend zwischen Elbe und Harz werden seit dem Schreckensjahr 1990 bei jedem Baumknarzen Mensch und Tier unruhig. Im Entvölkerungsfachblatt jW wurde sogar mehrfach behauptet, der Landstrich sei so dünn besiedelt wie zu Zeiten des römischen Präfekten Varus, die Städte seien vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Die Ödnis schreckte einst schon die Römer, die bis zur Elbe vorstießen, wie die Archäologen Sachsen-Anhalts nach dem Fund von Marschlagern erst am Donnerstag meldeten. Die Legionen verschwanden und die Zivilisation kam später, ab 1990 verschwanden allerdings wieder Industrie und Menschen.

Schulze will damit weitermachen. Am Freitag war jedenfalls von ihm in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe zu lesen, die Abschaffung des Bürgergelds sei unzureichend, benötigt werde staatlich verordneter Zwang: »Früher hieß das Bürgerarbeit. Das sollten wir bundesweit wieder einführen – und das sollte für alle gelten. Für jeden, der hier geboren ist, genauso wie für Migranten.« Dieser Unterschied zur AfD muss sein, ansonsten ist Schulze ihrer Meinung: »Wir brauchen mehr Druck darauf, selbst aus der staatlichen Unterstützung wieder herauszukommen.« Und: »Wir leisten uns einen Sozialstaat, der zu viel Geld kostet.« Zu dessen Auswüchsen gehört der Job Ministerpräsident in Magdeburg. Schulze in die Produktion!

Friedenspropaganda statt Kriegsspielzeug

Mit dem Winteraktionsabo bieten wir denen ein Einstiegsangebot, die genug haben von der Kriegspropaganda der Mainstreammedien und auf der Suche nach anderen Analysen und Hintergründen sind. Es eignet sich, um sich mit unserer marxistisch-orientierten Blattlinie vertraut zu machen und sich von der Qualität unserer journalistischen Arbeit zu überzeugen. Und mit einem Preis von 25 Euro ist es das ideale Präsent, um liebe Menschen im Umfeld mit 30 Tagen Friedenspropaganda zu beschenken.

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.

Mehr aus: Ansichten