Sudans Frauen hungern
Von Ina Sembdner
Eintausend Tage Krieg, eintausend Tage, in denen Frauen die Hauptlast der Krise im Sudan tragen. Während zwei Drittel der Bevölkerung – rund 34 Millionen Menschen – auf humanitäre Unterstützung angewiesen sind, sind zwölf Millionen Frauen und Mädchen von sexualisierter Gewalt und Übergriffen bedroht. Hinzu kommt, dass weiblich geführte Haushalte dreimal häufiger von Ernährungsunsicherheit betroffen sind, wie das UN-Nothilfebüro OCHA am vergangenen Freitag meldete. Drei Viertel von diesen gaben demnach an, nicht genug zu essen zu haben. »Hunger wird zunehmend geschlechtsspezifisch«, konstatierte OCHA-Sprecher Jens Laerke in Genf. Er wies darauf hin, dass die bereits bestehenden geschlechtsspezifischen Ungleichheiten im Land durch den anhaltenden Konflikt noch verschärft würden. Die Vereinten Nationen hatten darüber hinaus im November gewarnt, dass Frauen auf der Suche nach Nahrung dem Risiko sexualisierter Übergriffe ausgesetzt seien.
Bestätigt sind Hungersnöte in den von den Paramilitärs RSF kontrollierten Städten Al-Fascher in Norddarfur und Kadugli in Südkordofan, mindestens 20 weitere Gebiete sind nach UN-Angaben gefährdet. Durch die Belagerungen im Machtkampf gegen die Streitkräfte von De-facto-Präsident Abd Al-Fattah Al-Burhan sind die kordofanischen Städte Kadugli und Dilling von der Außenwelt abgeschnitten, der Zugang zu Nahrungsmitteln, Märkten und Ackerland ist dadurch deutlich eingeschränkt.
Trotz dieser Herausforderungen konnte das Nothilfebüro im vergangenen Jahr fast 19 Millionen Menschen humanitäre Hilfe zukommen lassen, »wobei lokale und von Frauen geführte Organisationen oft als erste oder einzige Helfer in Hochrisikogebieten fungierten«. Und auch sie stehen im Fokus der Gewalt: Seit Beginn des Krieges im April 2023 wurden mehr als 125 Helfer getötet.
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