Kritik an Musks KI wegen sexualisierter Bilder
Brüssel. Die EU-Kommission hat Elon Musks Social-Media-Plattform X angewiesen, alle internen Dokumente und Daten im Zusammenhang mit ihrem integrierten KI-Chatbot »Grok« bis Ende 2026 aufzubewahren. Dies teilte ein Sprecher der Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Schon zu Beginn der Woche hatte sich die EU-Führung der international lauter werdenden Kritik an von »Grok« generierten und über X geteilten sexualisierten Bildern von Frauen und Kindern angeschlossen. Dies sei rechtswidrig und empörend, hieß es. Die Verurteilung folgte auf Berichte, unter anderem von Reuters, wonach »Grok« eine Flut von On-Demand-Bildern von Frauen und Minderjährigen in extrem knapper Kleidung veröffentlichte – eine Funktion, die X in der Vergangenheit als »Spicy Mode« (scharfer Modus) bezeichnet hat. In Großbritannien forderte die Regulierungsbehörde Ofcom am Montag von X eine Erklärung, wie »Grok« in der Lage war, Bilder von unbekleideten Menschen und sexualisierte Bilder von Kindern zu produzieren, und ob es seine gesetzliche Pflicht zum Schutz der Nutzer verletzt habe.
X reagierte demnach nicht sofort auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme zu den Erklärungen der EU-Kommission oder der Ofcom. In seiner aktuellsten Nachricht an Reuters zu diesem Thema erklärte das Unternehmen: »Legacy Media Lies« (Die traditionellen Medien lügen). Dass Musk selbst offenbar kein Problem mit der sexualisierten Darstellung von Frauen und der Verbreitung entsprechender Bilder hat, zeigen Posts des rechten Milliardärs von dieser Woche, in denen er und die von ihm geteilten Accounts die Fähigkeiten seiner KI preisen.
Die Erklärungen von EU- und britischer Seite folgten auf die Meldung französischer Minister an Staatsanwaltschaft und Aufsichtsbehörden wegen der verstörenden Bilder. In einer Erklärung vom vergangenen Freitag bezeichneten sie die »sexuellen und sexistischen« Inhalte als »offensichtlich illegal«. Auch indische Offizielle haben von X Erklärungen zu den von ihnen als obszön bezeichneten Inhalten verlangt.
Während in Europa und Asien Antworten zu »Groks« Bilderproduktion gefordert werden, hat sich die US-Bundesregierung unter der Führung von Musks Verbündetem Donald Trump noch nicht zu diesem Thema geäußert. Anfragen der Federal Communications Commission um Stellungnahme blieben unbeantwortet. Auch vom Justizministerium gab es bislang keine Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Agentur. (Reuters/jW)
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