Gegründet 1947 Sa. / So., 03. / 4. Januar 2026, Nr. 2
Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 03.01.2026, Seite 3 / Ansichten

Verdienter Mörder des Tages: Kirilo Budanow

Von Arnold Schölzel
3_portrait.jpg
Vom Geheimdienstchef zum Präsidialamtsleiter: Der extrem rechte Politiker Kirilo Budanow (Kiew, 12.11.2025)

Am Freitag, zwei Tage vor seinem 40. Geburtstag, nahm der Chef der Hauptverwaltung Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums (HUR), Generalleutnant Kirilo Budanow, großzügig ein Geschenk seines Präsidenten Wolodimir Selenskij an: Er habe dessen Angebot, Chef des Präsidialamtes zu werden, akzeptiert, teilte er auf seinem Telegram-Kanal mit. Budanow wird Nachfolger von Andrij Jermak, der am 28. November zurücktrat, als seine Wohnung von Antikorruptionsermittlern durchsucht wurde. Es ging um schlappe 100 Millionen US-Dollar Schmiergeld, die sich eine Bande aus Ministern, Abgeordneten und langjährigen Selenskij-Freunden gegenseitig zugeschoben haben soll.

Das wichtigste Kriterium für einen Nachfolger war daher, Talent beim Tarnen der eigenen illegalen Nebeneinnahmen bewiesen zu haben. Klebrige Finger wurden Budanow, der seit 2007 im HUR aktiv ist, im Kiewer Bestechungssumpf noch nie nachgesagt, lediglich ehrenvoll blutige. Der Mann hat sich Respekt erworden. Er bekannte jedenfalls selbst am 8. Mai 2023: »Wir haben Russen getötet, und wir werden bis zum vollständigen Sieg der Ukraine weiterhin überall auf der Welt Russen töten.« Am 13. Juli 2024 nahm er den Mund im heimischen Fernsehen noch voller und sagte, sein Dienst habe Pläne für eine Beseitigung Wladimir Putins entwickelt und tue dies weiter, aber alle bisherigen Versuche seien fehlgeschlagen. Man arbeite weiter daran. Budanow gehört zu jener Sorte Militär, die an Stelle von Frieden gern den Atomkrieg riskiert. Passend dazu bekannte er sich im Juni 2006 zum »unsterblichen Kommandeur« Stepan Bandera. Seine Ernennung zum obersten Strippenzieher in Kiew begründete Selenskij damit, »Kirilo« verfüge in Sicherheitsfragen über »spezielle Erfahrung« und habe die »nötige Stärke, um Ergebnisse zu liefern«. Da soll noch viel Blut fließen.

Friedenspropaganda statt Kriegsspielzeug

Mit dem Winteraktionsabo bieten wir denen ein Einstiegsangebot, die genug haben von der Kriegspropaganda der Mainstreammedien und auf der Suche nach anderen Analysen und Hintergründen sind. Es eignet sich, um sich mit unserer marxistisch-orientierten Blattlinie vertraut zu machen und sich von der Qualität unserer journalistischen Arbeit zu überzeugen. Und mit einem Preis von 25 Euro ist es das ideale Präsent, um liebe Menschen im Umfeld mit 30 Tagen Friedenspropaganda zu beschenken.

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.

Mehr aus: Ansichten