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Aus: Ausgabe vom 23.12.2025, Seite 15 / Natur & Wissenschaft
Rohstoffe

Im Boden belassen

Rohstofförderung in Deutschland erreicht historischen Tiefstand. Ausnahme: »kritische« Ressourcen
Von Marc Püschel
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In Deutschland werden immer weniger Rohstoffe gefördert. Zu diesem Befund kommt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in ihrem neuen Bericht zur Rohstoffsituation in Deutschland. Seit 1980 legt die Bundesbehörde mit Sitz in Hannover jährlich einen Rohstoffbericht vor. In ihrem aktuellen Report macht sie sogar einen historischen Tiefstand der Gesamtförderung fest. So wurden im Jahr 2024 nur noch 475 Millionen Tonnen an mineralischen Rohstoffen abgebaut. Innerhalb der letzten fünf Jahre sank die Produktion um knapp ein Drittel.

Mengenmäßig am bedeutendsten unter den Naturstoffen sind vor allem Sand und Kies mit 211 Millionen Tonnen sowie gebrochene Natursteine mit 167 Millionen Tonnen. Bei den Energieträgern spielt nur die Braunkohleförderung mit 91,9 Millionen Tonnen eine bedeutende Rolle, wobei auch hier ein spürbarer Rückgang zu verzeichnen ist – 2023 wurden noch zehn Prozent mehr Braunkohle abgebaut. Andere Energieträger sind dagegen vernachlässigbar: So wurden etwa nur 1,6 Millionen Tonnen Erdöl gefördert. Der Gesamtwert der heimischen Rohstoffe betrug im vergangenen Jahr 14 Milliarden Euro. Einträglich sind vor allem Sand und Kies, Kaliprodukte und Braunkohle.

Der Rückgang sei auf die anhaltende konjunkturelle Schwäche zurückzuführen, so BGR-Vizepräsident Volker Steinbach in einer Pressemitteilung: »Hohe Zinsen, eine anhaltende Inflation sowie erhöhte Energie- und Transportkosten belasten die heimische Industrie und führten insgesamt zu einer geringeren Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen.« Dies erkläre auch die gesunkenen Rohstoffimporte, die 2024 mit 288 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent zurückgegangen sind.

Zumindest manche Rohstoffe sind dennoch wieder gefragt. So stiegen die Explorationsvorhaben bei den von der Bundesregierung als strategisch wichtig eingestuften Metallen Lithium und Kupfer an. Die BGR weist in ihrem Report darauf hin, dass Deutschland bei den Lithiumressourcen mit geschätzten vier Millionen Tonnen weltweit auf Rang acht liege. Zwar findet bislang noch kein Abbau statt, doch zahlreiche Unternehmen stehen bereits in den Startlöchern und betreiben Pilotanlagen, etwa die AMG Lithium GmbH mit ihrer Raffinerie in Bitterfeld. Auch die Produktion des für die Elektrotechnik entscheidenden Kupfers wird in den nächsten Jahren wieder relevant. So plant etwa die KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH die Errichtrung eines neuen Bergwerks an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen. Insgesamt gibt es rund 150 Projekte in Deutschland, die sich mit der Gewinnung »kritischer« Ressourcen beschäftigen.

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